Nach Kartoffel am Spieß mit Bulgogi-Gewürz in einer wunderschönen Imbissbude bei Regen, gings per Taxi mit Joshua und der Oma also zur Sauna. Dabei hat mein Gastbruder mal wieder sein Verantwortungsgefühl unter Beweis gestellt und die Vaterrolle übernommen: Er wollte das Essen bezahlen und hat sich sehr süß um die Oma gekümmert. In der Sauna selbst allerdings konnte er uns am Anfang nicht mehr helfen, denn der erste Bereich ist Männer und Frauen getrennt, sodass ich mich mit der Oma allein verständigen musste, was hauptsächlich geschah, indem sie die ganze Zeit Koreanisch auf mich eingeredet hat und ich ihr anschließend einfach alles nachgemacht habe, was allerdings nicht immer angenehm war. Zuerst befinden sich nämlich alle Frauen nackt zusammen in einem Waschraum mit Duschen, Heiß- und Klatwasserbecken, sowie Hockern, auf denen alle saßen, um sich gründlich abzuschrubben. Alle schienen es zu genießen mal wieder so richtig sauber zu werden -kein Wunder in einer Stadt wie Seoul! Für mich war es allerdings ein wenig unangenehm, denn alle schienen es interessant zu finden, ob europäisce Körper anders aussehen als asiatische.
Gründlich gereinigt schlüpfte man dann in die Klamotten, die man am Eingang bekommen hatte: weites T-Shirt und kurze Hose, für Männer in hellblau, für Frauen in rosa und für Kinder in Gelb *wie vorurteilsfrei*. Dann durfte man sich im gemeinsamen Bereich wiedertreffen, wo es verschiedene heiße Räume (65°-80° :P), Massage, Nagelstudio, Kino, Restaurants, Snackbar, Schlaflätze und so weiter gab. Leider musste man für das meiste dazubezahlen, sodass ich mir statt richtiger Massage nur 10 Minuten automatischen Massagestuhl geleistet habe, der aber mehr wehgetan hat als alles andere^^.
Eine sehr interessante Einrichtung war auch das Doktor-Fisch-Becken. Für 2€ durften Joshua und ich unsere Füße 15 MInuten in eine Wanne voller kleiner Fische stecken die unter viel Gekitzel die alten Hautzellen abgefressen haben, das war sehr cool!
Das Ende dieses Tages schaffte es aber tatsächlich wieder jegliches Pausengefühl wegzuwischen, denn die Oma hatte beschlossen, dass sie noch Arbeit hat und verließ ohne jemandem Bescheid zu sagen (oder vielleicht wollte sie mir das verklickern, als sie das 20. Mal Koreanisch auf mich einredete...) die Sauna. Irgendwann rief mein Gastvater, der nicht mit war, auf meinem Handy an und erklärte Joshua, er solle raus gehen und nach der Oma schauen, die dann aber plötzlich wenige Minuten später neben mir stand und mich hinausbugsierte, wo ich sie eben noch abhalten konnte mit mir in ein Taxi zu steigen und Joshua da zu lassen. Schließlich habe ich mit ihr in der Lobby der Sauna gewartet und irgendwann trudelten dort auch die restlichen Familienmitglieder ein. Puh!

2 Kommentare:
Mensch, dein Fuß sieht ja ziemlich geschwollen aus! Um so niedlicher die fleißigen Fischchen.
gelastern, dein fuß sieht ähnlich schlimm aus wie meiner... bitte bitte lauf nicht so viel rum, ich habs bitter bereut, dass ich nicht drauf aufgepasst hab. gibt es keine richtigen ärzte in seoul? du müsstest eigentlich ne schiene kriegen, die die bänder entlastet... ich hoffe dir gehts soweit gut, lass auf dich aufpassen!!! Gottes Segen
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