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Freitag, 28. November 2008

life goes on...

Langsam wird mein Aufenthalt hier erwartungsgemäß
vom Abendteuer zum Leben, sodass ich am Dienstag eine mittlerweile wirklich gute Freundin treffen konnte, mit der ich einen Mix aus Deutsch, Englisch und Koreanisch spreche. Sie hat nämlich ein Jahr in Deutschland die Sprache studiert, muss im Moment Englisch trainieren und ich will Koreanisch lernen, sodass wir je nach aktuellem Bedürfnis die Sprache wechseln.
Um Sprache gings dann auch danach mit KjongHo (-Sprachaustauschlehrer), auch wenn wir mittlerweile nicht mehr 2:8 Erzählen:Lernen, sondern eher umgekehrt... ;-).
Am Mittwoch morgen war ich zum ersten Mal bei einem koreanischen Frisör, wo zum Glück meine Gastmutter am Anfang verkündete, was ich will. Jetzt siehts zwar trotzdem ganz anders aus, aber gut! Hier werden die Haare zuerst trocken geschnitten und danch gewaschen und geföhnt... für gute 5€. "Nicää" (wie der waschechte Koreaner sagen würde). Englischunterrihtgeben und Theaterproben kosteten danach einige Energie, die mir am Morgen des Donnerstags gebraucht hätte, um den Regen wegzudenken. Stattdessen blieb ich einfach länger im Bett! =)
Trotzdem musste ich zur Koreanischstunde los und es hat meine Laune dabei auch nicht gerade aufgebessert, einen alten Mann zu treffen, der sich neben mich setzte und mir mit einer Fahne, die eindeutig alkoholisch roch, die ganze Zeit sagte: "You ar werry bjutiful." Auch der junge Herr in Lederkluft auf dem Platz in der U-Bahn neben mir, der sich nicht auch nicht mit einem scharfen "Could you please stop this!" davon abbringen ließ, in mein Buch zu schauen und dabei halb über zu hängen, bis ich entnervt aufstand, machte mich nicht gerade glücklicher. Erst KjongHo hat es gaschafft Aufheiterung herbeizuführen.
Wahrscheinlich hat der Freund, der mir sagte, ich solle vorsichtig sein, denn koreanische Männer fänden westliche Frauen sehr anziehend, Recht. Na, was solls, jetzt habe ich gelernt wie ich ihnen auf koreanisch sage, sie sollen sich verziehen! Da kann ja nichts mehr passieren.^^

Donnerstag, 27. November 2008

Um ein Visum, ein Gipsbein, einen Kilo mehr auf den Rippen und ein Video im Internet reicher.

Solch vielfältige Ergebnisse kann man nur erringen, wenn man sich mit ChunSik und SoonHee trifft. Dennoch haben sie einigen Kampf erfordert. Zurück im Immigration office war ich anfänglich sehr zuversichtlich bis sich Problemchen mit Passfotos und Formularen einstellten, die wir aber noch gut bewältigen konnten. Ein härterer Brocken waren dann schon die Beamten, denen nun einfiel, dass ich noch ein weiters Papier brauche, da sie Patmos nicht als kulturelle, sondern nur als religiöse Einrichtung zählen können.
Nach 2 1/2 Stunden Warten, Beten und Diskutieren, siegte jedoch ChunSiks Hartnäckigkeit, mit der er dem Beamten zurecht erklärte, er könne nicht am ersten Tag dies und am folgenden etwas ganz anderes erzählen. Konnte ja auch gar nicht anders ausgehen, schließlich hatte ich den Allmächtigen und viele Menschen, die für mich gebetet haben, auf meiner Seite. So muss ich also dank 2 koreanisch-deutsch sprechenden Männer (ChunSik und ein freiwilliger Helfer des immigration office), die sich links und rechts von mir aufgebaut hatten, nicht zu einem spontanen Wochenendtrip nach Japan aufbrechen. Jetzt, wo ich nicht mehr dazu gezwungen bin, erscheint mir diese Chance aber umso reizvoller ;-).
Nach ner Menge superleckerem Nutella-Brot (Ja, echt aus Deutschland noch bei ChunSik und SoonHee vorhanden!!!), brach der gute ChunSik mit mir ins Krankenhaus auf.
Kränkenhäuser sind noch schlimmer als das immigration office.
Vor jeder Behandlung muss zuerst eine Nummer gezogen werden und im Vorraus bezahlt werden. Danke, deutsches Sozialsystem, dass es bei uns nicht so läuft!
Zuerst wird man für einen Grundbetrag als Patient registriert und bekommt eine Patienten-Chipkarte mit seinem Namen (Fotoalbumfüller^^). Dann schließt sich eine sehr sehr sehr lange Wartezeit an bis man zum Arzt kann, der diesesmal sogar perfekt Englisch sprach. Das Problem war nur, ich habe es nicht verstanden, denn woher soll ich die medizinischen Begriffe kennen?! Dieses Kapitel des Englischbuches hat uns Frau Mirle nicht beigebracht. Zum Glück hatte ich ja ChunSik.
Nächster Schritt war Röntgen, für das zuerst eine Unmenge Geld bezahlt wurde (Meine Auslandsversicherungs-Bescheinigung mochten sie nicht. Mal sehen, ob die Debeka etwas mit koreanischen Quittungen anfangen kann.), nachdem ich die entsprechende Nummer gezogen hatte.
Zum Glück wurde ich anschließend ohne Nummer zum Artz weitergeleitet, was aber auch wieder eine lange Wartezeit mit sich brachte. Das Ergebnis ist jedenfalls ein 20%-Bänderriss, der halb eingegipst wurde und mir dank meiner braunen Socke darüber jetzt schon einige Male die Bezeichnung "Teddy Bear" eingebracht hat, da mein Fuß jetzt die Tapsigkeit einer Pfote besitzt.
Zu Hause habe ich dann gelernt wie man koreanische Ramjon kocht -Fertignudeln in allen Geschmacksrichtungen. Die mit Curry find ich einfach super!
Wir haben noch ein weiteres Video für ChunSiks Homepage gemacht und gemeinsam gebetet und dann musste ich auch schon los, um meine PrayerPartners zu treffen, was mal wieder unglaublich schön war, auch wenn dieses Mal nur Anna aus den USA da war.

Mittwoch, 26. November 2008

Die Samil Gemeinde

Ebenfalls am Sonnatg durfte ich noch einiges über den Aufbau der SAMIL-Gemeinde lernen. Am Abend gab es nämlich den sogenannten "CampChoirContest", der ca 5000 junge Menschen in das Kirchgebäude trieben. Als ich das Haus betrat, fühlte ich mich unweigerlich an Tanzveranstaltungen an überfüllten Diskos erinnert, auch wenn es um das Motto "Klassische Musik" ging. Ob wir es in Deutschland auch schaffen könnten die jungen Leute am Sonntag abend in die Gemeinden zu bringen, die diesen normalerweise im Funpark verbringen?
Der Grund für den Auflauf war eine jährliche Veranstaltung, bei denen die verschiedenen "Camps" der Gemeinde gegeneinander mit Musik und Performance gegeneinander antreten. Jedes Mitglied der Samil-Gemeinde gehört zu einem der 12 Camps. Das ist ihre Gruppe, zu der sie sich innerhalb der Gemeinde für 2 Jahre zugehörig fühlen und mit der sie Projekte durchführen und Gemeinschaft haben. Jedes Jahr treten alle diese Camps musikalisch gegeneinander an. Dazu wurden dieses Jahr 50 aus jedem Camp ausgewählt, die in kreativen Kostümen beeindruckende Choräle gesungen haben. Anschließend wurden diese von einer musikalisch gebildeten und berühmten Jury bewertet. Während der Entscheidungsfällung trat ein Immitator des berühmten koreanischen Sängers "Rain" auf und war dabei körperbetonter als alles, was ich bisher in Korea gesehen habe. Ich war überrascht, doch hier holt man tatsächlich Jugendkultur in die Kirche. Insgesamt war das ein sehr schöner Abend, nicht zuletzt wegen der Menschen, die mit mir auf dem Boden einer der vielen Räume des Gebäudes vor einer Lifeübertragung aus dem Hauptsaal saßen und für ihr Camp jubelten. Am Ende gab es übrigens hohe Geldpreise für die besten, die aber gerade mal wieder reinbrachten, was sie für Kostüme ausgegeben hatten.

Dienstag, 25. November 2008

Leiten. Lenken. Lotsen.

Mein Sonntag hat mir Anlass gegeben, mich mit dem Thema Leiterschaft in Korea auseinanderzusetzen.
Am Vormittag bin ich nämlich zum zweiten Mal mit dem Pastor der Gemeinde meiner Gastfamilie mit dem Namen "Vision Sarang" begegnet, den ich auch schon am Samstag im Morgengottesdienst um 5 Uhr erleben durfte. Insgesamt ist er ein sehr engagierter und inspirierender Mann und vergleichsweise jung. Er hat schnell angefangen, mich hier und dort einzuplanen und ich fand es sehr schön, am Anfang gleich im Begrüßungsteam zu sein. Ich musste ihn jedoch hart enttäuschen, als ich ihm sagte, ich könne nicht jeden Sonntag kommen und in der Gmeinde dienen. Das war ja auch seltsam, man wiederspricht seinem Pastor nicht.
Danach war es wieder Zeit fürs Theatertraining mit meiner Lieblingsverrückten Onnuri-Gruppe, schließlich mussten wir das Stück für den Gottesdienst an diesem Tag noch üben - dachte ich. Als wir jedoch begannen, erfuhr ich, dass der Gemeindeleiter andere Pläne hatte und ihm das Stück noch nicht gefiel und deshalb alles gecancelt wurde. Der Gottesdienst wird aufgezeichnet und so muss alles perfekt sein. So übten wir also für die folgende Woche, indem Michelle -unsere Leiterin- uns sagte, was wir tun sollen und jede Idee erst beurteilen musste. Aber ich liebe meinen Dienst in der Gemeinde!
Deutsche haben eindeutig ein Problem mit Autoritäten. Dennoch bevorzuge ich den zugegebenermaßen anstrengenden, aber gerechten, Leitungsstil, dessen Aufgabe vor allem das Zusammenfügen der Ideen der anderen ist und nicht das Durchsetzen seiner eigenen.

Freitag, 21. November 2008

Busan -Koreas 2nd biggest city

Am Donnerstag habe ich in 5 Stunden mit dem Auto ganz Korea durchquert- von Seoul, größte Stadt, die fast ganz im Norden ist, nach Busan, zweitgrößte Stadt, die sich an der Südspitze am Meer befindet. Wie klein Korea ist, konnte man aber auch an der Landschaft erkennen: Wunderschön und überall gleich. Okay- an einer Stelle waren die Berge etwas höher, doch ich habe das Gefühl, Korea ist ein einziges Gebirge, das mir eine Menge wunderschöner, unfotografierbarer Bilder für mein Erinnerungsvermögen eingebracht hat.
Mein Ausflug war allerdings weniger touristisch als vielmehr menschlich interessant. Ich war mit 4 Patmos-Mitarbeitern dort, denn es gab ein Seminar in der größten Kirche Busans (-wirklich groß- zwei Gebäude, von denen eins schön größer als nötig zu sein schien) mit dem Namen Hosanna Church. Meine Hilfe wurde zwar nicht wirklich benötigt, doch natürlich war ich die ganze Zeit dabei.
Patmos hat übrigens doch das gleiche Problem wie wir- immer zu wenig Teilnehmer. Und ich dachte schon Korea sei vor solcherlei Problemen gefeit.
Nach getaner Arbeit gings zum Essen und zwar in der Nähe des zweiten Gebäudes unserer Gastgebergemeinde, die sich mitten im Kern Busans befindet. Sie stand übrigens zuerst da. Das Rotlichtviertel drumherum ist erst später entstanden, wurde mir mit peinlich berührtem Gesicht erklärt.
Zum Essen gab es für die anderen Fleischeintopf, der sogar für die harte Judy zu scharf war, während ich japanische Nudelsuppe mit Tofu namens Udong aus dem benachbarten Restaurant von der Kellnerin an den Tisch gebracht bekam^^.
Danach war es schon unglaublich spät und es zog meine Begleiter ins Bett in den Gästeräumen der Hosanna Gemeinde, aus denen wir am nächsten Morgen auch schon wieder früh zur Heimreise aufgebrochen sind.
Ich mag lange Autofahrten in vollgepackten Kleinbussen durch interessante Länder!^^
Was ich mitnehme? 1. Ich mag meine Patmos-Kollegen und sie mögen mich auch, wir haben den Gegenbesuch schon geplant^^. 2. Ich komme wieder nach Busan -ohne Begleitung und mit Zeit. Es gibt Flüge, die billiger als der Zug sind: 16€, bei deren Buchung Judy mir helfen wird. Na, mal sehen, ob das noch was wird, bevor ich wieder nach Hause fleig, so busy wie wir alle sind!

Vergleich.

Lasst uns doch mal einen ganz normalen freien Abend in Korea und Deutschland vergleichen, wie ich ihn diesen Mittwoch hatte.
Mit meinem Gastbruder hatte ich abgemacht, dass wir mal etwas zusammen machen und so haben wir uns für Kino entschieden (Gemeinsamkeit: So etwas tut man in Deutschland gelegentlich auch.).
Jeder fand zu Hause noch etwas zu tun vorher, sodass es etwa 40 Minuten später als geplant losging (Gemeinsmakeit: Gewisse Deutsche haben auch Probleme mit Pünktlichkeit. Unterschied: Das passiert aber bei den allermeisten nicht jedes Mal.).
Kurz bevor wir das Haus verließen, bemerkte Joshua, dass er eigentlich nicht mitkann, da er sein Geld sparen muss. Natürlich habe ihn daraufhin eingeladen! (Unterschied: Das Leuteeinladen habe ich erst hier richtig gelernt, denn es ist üblich. Ein weiterer Unterschied, den man hieran gut sehen kann: Man spricht sehr offen über Geld und Gehälter. Außerdem würde sich der ein oder andere Deutsche vorher überlegen, ob er ins Kino gehen kann, doch das ist in dem Fall wohl eher persönlichkeits- als kulturbedingt.)
Neben dem Kino, das sich in einem Hochhaus mit Kaufhaus&Co befindet, (Unterschied: So etwas habe ich in Deutschland noch nie gesehen.) befindet sich ein billigeres Kaufhaus, in dem wir auf Joshuas Anregung hin zu Abend gegessen haben (Unterschied: Der Durchschnittsdeutsche isst zu Hasue und nimmt nicht jede Mahlzeit in einem von vielen günstigen Restaurants zu sich.). Es gab eine Riesenportion Omlette mit angebratenem Reis (=Omurice), ein großes Stück Fleisch, Suppe, Salat und eine Art Kroketten, die wir uns geteilt haben, für ca 3€ (Unterschiede: viel, lecker, billig, zusammen- Esskultur.).
Anschließend haben wir uns mit Caramel- und Salzpopcorn, sowie sauren Gummiebärchen für den Film eingedeckt (Gemeinsamkeit: Alle mögen beim Filmgucken was knabbern. Da es sich um meine Idee und meine Wahl handelte, ist es nicht verwunderlich, dass es unkoreanische Trolli-Würmer gab.)
Als wir schließlich im Kino im 8.Stock angekommen sind, mussten wir für den Ticketschalter eine Nummer ziehen (Unterschied^^), um vom Verkäufer gesagt zu bekommen, dass der von Joshua ersehnte Film nicht mehr im Programm ist (Unterschied: In Deutschland würde man sich wohl vorher über Zeiten und Programm informieren, doch bei meinen beiden koreanischen Kinobesuchen sind meine Begleiter mit mir einfach so hingegangen.).
Zurück im Fahrstuhl viel mir der Begriff "skygarden" auf und so sind wir in den 10. Stock gefahren, wo wir einen netten kalten dunklen Garten mit bunten, kohlkopfartigen Gewächsen auf dem Dach des Hochhauses betraten (Uuuunterschiede, oder hat jemand von euch in Deutschland schon mal einen Salatgarten im 10.Stock besucht?).
Auf dem Rückweg nach Hause haben wir in einer Videothek DVDs für einen Filmabend zu Haus geholt, wobei Joshua und ich jeweils eine gewählt haben und ich nur knappe 2€ bezahlt habe (Der Preisunterschied ist ein beneidenswerter Unterschied.).
Zu Hause haben wir es uns mit viel Popcorn und Sisters Act auf meinem Laptop, was erst funktionierte, nachdem ich die Region meines Laufwerks geändert hatte^^, gemütlich gemacht. Anschließend haben wir "Nim's island" begonnen, den Joshua ausgesucht hatte bis sein Vater um halb 1 nachts kam und den Jungen ins Bett brachte, der vorher nicht auf mein "You should go to bed!" gehört hatte (Welcher 12-jährige darf bei uns bis halb 1 aufbleiben, wenn am nächsten Tag um 8.30Uhr die Schule beginnt?!-Unterschied.).
Ein netter Abend also, der fast wie zu Hause war. ;-)

Mittwoch, 19. November 2008

Erstens kommt es anders und zweitens als Gela denkt.

Gestern war Dienstag und er war komplett anders geplant als er schließlich ablief. Aber das ist ja keine Seltenheit hier und bin Gott sehr dankbar, dass er öfter mal das Ruder übernimmt. Den Platz sollte ich ihm eigentlich ganz überlassen. Ich habe mich endlich mal wieder durchgerungen, zum morning service der Caleb Gemeinde zu gehen und es gab tatsächlich einige Leute, die sich gefreut haben, mich dort zu sehen, was wiederum mich gefreut hat. Ich finde diese Idee vom morning service immer noch klasse, denn, wenn man den Tag gemeinsam mit seinem Herrn anfängt, ist es um einiges einfacher, den ganzen Tag mit ihm zu gehen, habe ich das Gefühl. Der Haken an der Sache ist nur, dass es enfach nicht in meinen Lebensrythmus passt, morgens um 4.30Uhr aufzustehen und anschließend wieder zur Ruhe zu kommen, um zu beten ohne, dass man einschläft. Das wiederspricht meiner Natur. Aber wie man lesen kann, überwinde ich meine Natur ab und zu ;-). Danach wollte ich eigentlich in dem CoffeeShop bleiben, aber der wurde mir zu kalt und so habe ich mir einen anderen gesucht, die gibts ja hier wie Sand am Meer. "Kalt" ist übrigens so ein Stichwort für heute: -2° im Durchschnitt... wie kalt muss es gewesen sein als ich um 5 das Haus verlassen habe? Ich will gar nicht darüber nachdenken. Einige Stunden fleißiges Koreanischlernen später, rief mein Sprachlehrer an und sagte mir ab, weil er krank ist *kein Wunder, bei den Temperaturen*. Da ich schon zwei große warme Tees und viele Seiten Koreanischbuch hinter mir hatte, beschloss ich mit meiner neugewonnen Zeit etwas spannederes zu machen und fuhr mit der U-Bahn in das Ausländerviertel Seouls, wo man auf den Straßen Ausländer-Koreaner undgefähr 50-50 antreffen kann und die Shops Namen haben, die ich verstehe. Was ich sehr witzig fand: Am Ende der Einkaufsstraße stand ein großes Schild: Welcome to Korea. So nach dem Motto: "Achtung, Sie verlassen jetzt die internationale Zone"^^ Meiner Erinnerung nach musste dort irgendwo in der Nähe auch die deutsche Botschaft sein und da ich meiner Mama mal versprochen hatte mich dort zu Evakuierungszwecken im Notfall registrieren zu lassen, entschloss ich mich, in eines der superbilligen Taxis zu steigen und dem Fahrer das Wegfinden zu überlassen. Als ich allerdings ankam, musste ich feststellen, dass Ämter in Korea genauso furchtbar sind wie in Deutschland: Öffnungszeiten sind von 9 bis 12 Uhr. Ich bin mir nicht sicher, o9b ich die Kriegs- und Katastrophengefahr für so groß halte, dass ich mich noch einmal dorthin begebe. Für den Abend war eigentlich geplant, dass ich Patmos bei der Durchführung eines Seminars zum neuen WOW-Q-Kids Weihnachtsprogramm helfe. Dann jedoch rief mein Gastbruder an und sagte das Festival seiner Schule sei schon Dienstag und nicht erst Mittwoch wie angekündigt, sodass ich von Judy frei bekam, um mit der ganzen Familie Joshuas Schule stürmte, wo jeder der Schüler etwas vorgeführt hat und von einer Band mit englischen Lobpreisliedern bis zum englischen Theaterstück "Hensel and Gretel" alles dargeboten wurde. Diese Schule ist privat, klein, international und christlich. Sie hat echt einen guten Eindruck auf mich gemacht, da man familiär, aber dennoch auf Lernbasis miteinander umgeht. Ich bin mir dennoch nicht sicher, ob es so toll ist, wenn Joshuas Klassenstufe nur 2 Schüler hat... ;-)

Dienstag, 18. November 2008

Das Four Season Seminar

Der Montag Morgen war für alle Patmos-Mitarbeiter sehr aufregend und da auch ich mich nun dazu zählen darf, schwappte ein wenig dieser Spannung auch auf mich über:
Das erste von einer Reihe Seminare und der Überschrift "Four Season", auf das viele scon seit Wochen hingearbeitet haben, startete. Dieses ist für Pastoren und Gemeindeleiter gedacht und behandelt mit vier verschiedenen berühmten Sprechern vier verschiedene für die Zielgruppe interessante Themen. Leider war an diesem Montag zeitgleich ein anderes Seminar, sodass nicht die 100-200 Teilnehmer da waren, die erwartet waren. Denen, die da waren, hat es aber scheinbar gefallen und es gibt ja noch weitere Durchgänge.
Für die meisten von uns war die Zeit der Reden aber recht langweilig, denn obwohl ich die einzige war, die es gar nicht verstehen konnte, interessierten sich die meisten anderen auch nicht sonderlich dafür, es zu versuchen, was aber auch an der vorbereitungsbedingten Müdigkeit gelegen haben kann. Für die Pausenzeiten zwischen den einzelnen Sprechern habe ich allerdings eine sehr ehrenvolle Aufgabe zugeteilt bekommen: Natürlich wurde das Patmosmaterial vor- und ausgestellt und ich war für die Ecke mit "DynamoKids" zuständig und hätte Interessenten alles darüber erklären dürfen. Da diese für das englische Programm aber rar waren, blieb es bei dem spaßenhalber durchgeführten "Training" mit einigen Patmos-Leuten.
Nach Beendigung des Seminars haben wir fix aufgeräumt und ich konnte mit einigen zum Dinner gehen, bei dem ich endlich mal dazu kam, einige meiner geschätzten Kollegen auch persönlich näher kennenzulernen -inclusive dem Kanzinanda-Boy (remember? kanzinanda- das jugendwort für schmuck, das in meiner gegenwart immer für KjongJae verwendet wird) ;-).
Das PrayerPartner-meeting danach hat meine Freude über wachsende Beziehungen perfekt werden lassen!

Drama, baby!

Trotz des Verbotes zu Laufen, das ich vom Akkupunkturarzt bekommen habe, musste ich am Sonntag unbedingt zum Treffen des Theater Teams von OEM. Diesmal waren wir bei Michele, der Leiterin, zum Lunch eingeladen und es gab echte Spagettie, nicht zu weich, nicht zu scharf *yammie*. Dazu wurde eine große Schüssel Lachen, bei der alle kräftig zugelangt haben, ne ordentliche Prise Witz, ein Glas Verrücktheit und einen Löffel voll Kreativität für jeden gereicht. Das ganze wurde gut gerührt -nicht geschüttelt- und mit Englisch vermixt. Am Ende kam das Stück heraus, mit dem ich nächsten Sonntag zum ersten Mal auf der Bühne stehen werde -vorerst ohne Text, dafür mit Musik, worüber ich auch ganz glücklich bin, denn mit deutschem Schulenglisch vor ner Menge gebührtiger Amis zu stehen, ist mir doch noch etwas unangenehm, obwohl meine lieben Drama-sisters behaupten, ich sei gut. Mit diesen lieben Schwestern bin ich jetzt schon so dicke, dass wir (also 7 ausgewachsene Frauen) in einem kleinen Fünfsitzer zur Kirche gefahren sind, um gemeinsam den 4pm-Gottesdienst zu genießen. Anschließend war ich in letztes Mal beim mebership course und obwohl ich es sehr bedauere, dass er schon zu Ende ist, freu ich mich schon am nächsten Sonntag offizielles Mitglied zu werden.

Wellness, Sauberkeit und Entspannung

...genießen Koreaner in den Saunas ihres Landes. Dort trifft man sich gerne mit Freunden oder verbringt seinen Familiensamstag darin. Für mich wurde die JukJeon Sauna am Samstag aber zum Abenteuer und ließ vor lauter Neuem wenig Entspannung zu. Bevor es aber begann, hatte ich noch mal ein besonders einprägsamen Akkupunkturtermin:
Nach Kartoffel am Spieß mit Bulgogi-Gewürz in einer wunderschönen Imbissbude bei Regen, gings per Taxi mit Joshua und der Oma also zur Sauna. Dabei hat mein Gastbruder mal wieder sein Verantwortungsgefühl unter Beweis gestellt und die Vaterrolle übernommen: Er wollte das Essen bezahlen und hat sich sehr süß um die Oma gekümmert. In der Sauna selbst allerdings konnte er uns am Anfang nicht mehr helfen, denn der erste Bereich ist Männer und Frauen getrennt, sodass ich mich mit der Oma allein verständigen musste, was hauptsächlich geschah, indem sie die ganze Zeit Koreanisch auf mich eingeredet hat und ich ihr anschließend einfach alles nachgemacht habe, was allerdings nicht immer angenehm war. Zuerst befinden sich nämlich alle Frauen nackt zusammen in einem Waschraum mit Duschen, Heiß- und Klatwasserbecken, sowie Hockern, auf denen alle saßen, um sich gründlich abzuschrubben. Alle schienen es zu genießen mal wieder so richtig sauber zu werden -kein Wunder in einer Stadt wie Seoul! Für mich war es allerdings ein wenig unangenehm, denn alle schienen es interessant zu finden, ob europäisce Körper anders aussehen als asiatische.

Gründlich gereinigt schlüpfte man dann in die Klamotten, die man am Eingang bekommen hatte: weites T-Shirt und kurze Hose, für Männer in hellblau, für Frauen in rosa und für Kinder in Gelb *wie vorurteilsfrei*. Dann durfte man sich im gemeinsamen Bereich wiedertreffen, wo es verschiedene heiße Räume (65°-80° :P), Massage, Nagelstudio, Kino, Restaurants, Snackbar, Schlaflätze und so weiter gab. Leider musste man für das meiste dazubezahlen, sodass ich mir statt richtiger Massage nur 10 Minuten automatischen Massagestuhl geleistet habe, der aber mehr wehgetan hat als alles andere^^.
Eine sehr interessante Einrichtung war auch das Doktor-Fisch-Becken. Für 2€ durften Joshua und ich unsere Füße 15 MInuten in eine Wanne voller kleiner Fische stecken die unter viel Gekitzel die alten Hautzellen abgefressen haben, das war sehr cool!
Das Ende dieses Tages schaffte es aber tatsächlich wieder jegliches Pausengefühl wegzuwischen, denn die Oma hatte beschlossen, dass sie noch Arbeit hat und verließ ohne jemandem Bescheid zu sagen (oder vielleicht wollte sie mir das verklickern, als sie das 20. Mal Koreanisch auf mich einredete...) die Sauna. Irgendwann rief mein Gastvater, der nicht mit war, auf meinem Handy an und erklärte Joshua, er solle raus gehen und nach der Oma schauen, die dann aber plötzlich wenige Minuten später neben mir stand und mich hinausbugsierte, wo ich sie eben noch abhalten konnte mit mir in ein Taxi zu steigen und Joshua da zu lassen. Schließlich habe ich mit ihr in der Lobby der Sauna gewartet und irgendwann trudelten dort auch die restlichen Familienmitglieder ein. Puh!

Samstag, 15. November 2008

선유 도

So heißt die Insel im Hangang, dem Fluss, der durch Seoul fleißt, die ich Am Freitag nach Feierabend bei Patmos mit zweien meiner Arbeitskollegen besucht habe. Sie heißen Orora und Nick, sind verheiratet und arbeiten erst sehr kurze Zeit bei meinem Lieblingsverlag. "Feierabend am Freitag" bedeutet hier man startet um 19Uhr. Wir begannen erst mal mit Spagetti in der Umgebung des Verlagsgebäudes, denn noch war die Staugefahr zu schlimm. Nach diesem superleckeren Dinner, musste das Auto freigeschafft werden, was nicht mehr ganz so einfach war. Hinter dem Gebäude, in dem sich neben Patnos noch andere Firmen befinden, gibt es einen kleinen Parkplatz, in dem man sich gegenseitig zuparken muss, damit alle hinpassen, was zur Folge hat, dass jeder seine Handynummer hinterlässt und angerufen wird, sobald jemand, der hinter ihnen steht, ausparken möchte. So wurde ich Zeuge eines verwirrenden und sehr schlitterigen Umparkmanöver, der mir mal wieder den Satz bestätigte, den ich hier ständig höre: "Korea is small but many people live here."
Irgendwann gelangten wir aber doch noch auf die Insel, die in der Dunkelheit mit all den Lichtern sehr schön war! Die Zeit mit den beiden war wirklich schön und sie sehen sehr viel aus der Sicht von Ausländern, da sie schon in Neuseeland gelebt haben und von sich sagen, dass sie ihr Land lieben, aber auf Dauer nicht hier leben möchten. Am Ende erhielt ich noch eine Einladung zu ihnen nach Hause =D.

Freitag, 14. November 2008

Mit Tschepo 1&2, Gift und Confidence

Am Donnerstag habe ich mich ganz meinem Wesen entsprechend verausgabt: In der Samil-Church war ein junges Fußballteam aus Südafrika zu Besuch, da sie diese Reise als bestes Team gewonnen haben. Einen Tag des Programmes durften die Englischlehrer der Samil gestalten, zu denen ich ja schon halb dazugehöre, weshalb ich natürlich auch geholfen habe, indem ich eine Bibel Study group geleitet und die Schatzsuche erklärt habe. Das Ganze war um einiges länger vorbereitet als ich es von anderen Aktionen kenne, denn schließlich mussten wir innerhalb eines Tages dafür sogen "that they accept the Jesus as their master". Dennoch schien am Morgen der Veranstaltung alles umgeschmissen zu werden. Wenige Minuten vor Beginn wurde noch überlegt ob man 18 Handtücher kaufen sollte und einer der Lehrer rannte noch einmal nach Hause, denn als er am Morgen gekommen war, waren die Boxen, die er mitbringen sollte, zu schwer. Außerdem waren die beiden, mit denen ich die Kleingruppenzeit vorbereitet hatte, nun nicht mehr meine Partner. Stattdessen habe ich mit einer jungen Frau namens Jane zusammengearbeitet, was ich aber durchaus begrüßt habe, weil sie mir um einiges sympathischer und kein älterer Mann, der mir immer erzählt "I remeber your impressive blue eyes", ist. Außerdem hatte ich bei ihr mehr Spielraum, denn sie war zwar die offizielle Leiterin, hatte aber so etwas selbst noch nie gemacht, sodass ich einige meiner Ideen einbringen konnte.
Das Programm selbst begann mit Kids-Lobpreissongs und diversen Tänzen, wie wir sie bei KidsChurch auch hatten. Die Stimmung war super.

Die Predigt war ziemlich "Korean Style", scheint bei den Kids durchaus angekommen zu sein. Danach folgten die Kleingruppen, in denen wir erzählt, geschrieben, gelacht, gebetet und gebastelt haben. Das war sehr schön! Nach dem Lunch gab es noch einmal die gleiche Struktur mit dem kleinen Unterschied, dass ale Leiter sehr müde waren, denn wir hatten uns schon sehr früh getroffen. Die Kids selbst warn auch müde, haben das aber alles sehr genossen. Alle hatten dunkle Haut, waren sehr niedlich und hatten schwierige Namen: An Bonganie, Davey, Tschepo 1&2 (es gab zweimal Tschepo, also haben sie einfach wie selbstverständlich ne Nummer hinter den Namen gepackt), Gift und Confidence kann ich mich noch erinnern. Alle von ihnen konnten super tanzen, sie hatten ein tolles Rythmusgefühl, wie man es von Afrikanern erwartet und ihr Hüftschwung konnte dem einer Bauchtänzerin Konkurrenz machen.

Ich fand es insgesamt sehr beeindruckend wie zwei Kulturen aufeinander treffen und so miteinander harmonisieren! Wir "teacher" haben am Ende den Kindern die Füße gewaschen -jeder seinem "partner". Fast alle um mich herum haben tief bewegt geweint, so wichtig waren ihnen die Kinder... zumindest möchte ich das so deuten. So ganz wohlgefühlt habe ich mich in diesem Moment allerdings nicht, denn auch wenn ich wie die anderen für meinen "partner" gebetet habe und auch das aus dem Herzen kam, war ich nicht dazu gerührt Taschentücher nass zu machen... da ist er wieder, der Unterschied zwischen Deutschen und Koreanern -die Emotionalität.
An diesem ist Tag ist es aber gar nicht so aufgefallen, dass ich anders bin -es waren schließlich alle irgendwie anders. Ein Kind hat aber doch mal gefragt wo ich herkomme und mir dann stolz die Hand gereicht und von Ballack, Podolski und Schweinssteiger geredet. Deutschland scheint für die Südafrikaner etwas Schönes zu sein.

AYUSA

Über das Wochenende lebte in unserem Haus ein weiterer Gast aus Übersee: Joan aus Oregan, USA. Sie ist Teil einer Gruppe von AYUSA, einer Organisation für Highschoolexchange von anderen Ländern in die USA. Sie lebten die ganze Zeit in einem Hotel in Seoul, wurden jedoch für zwei Tage auf Gastfamilien aufgeteilt, um Eindrücke für ihre eigene Arbeit mitzunehmen. Die Reise war nämlich so etwas wie eine Belohnung für Angestellte von AYUSA, die besonders gut gearbeitet haben im letzten Jahr, weshalb es sehr viel Service gab, der komplett von der Geschäftsführung bezahlt wurde -nett! Gleichzeitig diente sie aber natürlich auch der Fortbildung.
Joan war ein Sonnenschein. Sie ließ sich komplett auf jeden der Familie ein, verabschiedet sich schon am ersten Abend mit Küsschen und nahm am Familienlebenteil, sodass mein Gastbruder Joshua sie nach 2 Tagen seine zweite Mutter und Teil der Familie nannte. Sie wusste übrigens vorher, dass ich da bin und hat auch mir Gastgeschenke mitgebracht... so lieb!
Da Joans Aufenthalt in Seoul nach ihrer Zeit in der Gastfamilie noch nicht vorbei war, hatten Joshua und ich am Mittwoch die Chance, zu ihrer Gruppe zu stoßen und noch ein wenig Zeit mit ihr zu verbringen. Joshua war schon mit zum Shoppen, ich hatte leider erst später Zeit. Damit kam ich gerade rechtzeitig zur gruppeninternen Auswertungsrunde, bei der ich Mäuschen spielen durfte. Es war höchst interessant wie sich diese Reflektion von der unserer deutschen CVJM-Gruppe unterschied und welche Gemeinsamkeiten es gab, was aber nicht nur an Kultur- sondern vor allem an Altersunterschieden lag, denn welcher 19jährige achtet darauf, ob der Flughafen sauber ist und wer zu Hasue abwäscht?! Insgesamt war aber auch das Ziel der Reise anders, denn im Gegensatz zu unserem Programm, diente die Reise der Amerikaner in erster Lienie touristischen Zwecken.
Interessant war auch die Gruppe an sich: Alles sehr nette Amerikanerinnen, unter
denen nur ein Mann war. In der Auswertungsrunde, der ich beiwohnen durfte, waren 10 Amerikaner, unter denen 3 nicht maßlos übergewichtig waren... und da soll man keine Vorurteile bestätigt sehen. Trotzdem hatte ich interessante Gespräche, die sich vor allem um Schüleraustausch und Reise drehte -klaro. Im gecharterten Bus ging es zusammen zum Restaurant, wo auch Joshua und ich auf Joan's Einladung lecker gegessen haben. Ganz nebenbei habe ich das HardRockCafé Seoul gefunden =D.

Mittwoch, 12. November 2008

"Angela, give me a hugh!"

Gestern hatte ich die Ehre einen alten Bekannten wiedertreffen zu dürfen: Unseren allseits geliebten Pastor Hamm, den Leiter der Gemeinde in JeonJu! Trotz aller Probleme, die wir vielleicht am Anfang mit seiner Persönlichkeit hatten, habe ich mich total gefreut!
Anlass des Treffens war gemeinsame Bibellese mit Chun Sik, Soon-Hee, einem mit Pastor Hamm befreundeten Ehepaar und einer anderen Frau, wofür der Pastor jede Woche nach Seoul kommt. Die Wohnung, in der wir uns um einen mit Obst und Süßem reich gedeckten Tisch setzten, war sehr schick und sogar so etwas wie geschmackvoll eingerichtet. Gut- ich würde mir zwar keine alt-römisch aussehende Statue mit Blumenvase im Kopf neben das Klavier stellen, aber farblich und vom Stil her hat alles sehr schön zusammengepasst. Auf mein Lob hin bekam ich die Antwort: "Thank you, it's Gods grace." Das fand ich schon beeindruckend, dass sie nicht stolz sind, weil sie sich eine so teure Wohnung erarbeitet haben, sondern, dass sie es als Geschenk Gottes ansehen.
Als Geschenk Gottes überreichte mir Pastor Hamm auch einen Briefumschalg mit einem 50€-Schein und sagte, er sei nur so etwas wie Übermittler. Wenn ich bedenke, dass ich am Sonntag mein Portemonnaie für Weihnachtsgeschenke für Kinder in Waisenhäusern leer gespendet habe, beweist mir das ein weiteres Mal, wie Gott für uns sorgt, wenn wir ihn lassen. Außerdem werde ich immer neugieriger über den Umgang der Koreaner mit Geld. Zum Einen verschenkt man gerne und nimmt auch gerne an, zum Anderen kauft man sich die größten Autos und versucht gute Jobs mit viel Geld zu bekommen. Ich habe mir noch keine Meinung bilden können.
Es folgten etwa eineinhalb Stunden koreanische Andacht von Pastor Hamm, die für mich aber nicht langweilig waren, denn mir wurden immer die Bibelstellen mitgeteilt und ich hatte Zeit zum Nachdenken und auf die Tonation des Koreanischen zu hören und mich über Englische Wörter zu freuen, die der Pastor einwarf. Und außerdem gab es ja noch den riesen Berg ECHTER Trauben, der vor mir lag und geleert werden wollte ;-).
Später kam die Tochter der einen Frau noch hinzu, die am Donnerstag eine Prüfung hat, die von der Wichtigkeit her mit dem deutschen Abitur vergleichbar ist. Dabei muss sie von 8-17Uhr Prüfungen in 5 verschiedenen Fächern über 6 Jahre ablegen... wie soll das denn gehen? Jedenfalls war ich beeindruckt, dass sie zum Gebetskreis ihrer Mutter kam und danach ganz fröhlich mit mir essen war, wenn ich bedenke, wie einige meiner Freundinnen 2 Tage vor dem Abi nicht ansprechbar waren. Sie heißt Hannah und war schon ein Jahr in Deutschland und ich bin unglaublich glücklich sie getroffen zu haben, denn es hat einfach von Anfang an gepasst mit uns beiden. Ich denke, sie wird eine richtige Freundin.
Ein rundum schöner Nachmittag, an dem ich mich sogar über "Angela, Saranje!" und "Angela, give me a hugh!" gefreut habe.

Montag, 10. November 2008

die oem-family

Nach einer kurzen Schlafpause fand ich mich schon wieder in der Samil, um den zweiten von 7 Gottesdiensten pro Tag mitzuerleben. Diesmal war ich zum ersten mal nicht in der Turnhalle zum Gottesdienst, sondern in einer Halle, die im Samil-Gebäude ist, in dem wir als deutsche Gruppe schon gegessen hatten und Zeit zum Kontakte knüpfen hatten und in dem auch die Englischschule stattfindet. Das Haus befindet sich in etwa 500m Abstand und der Gottesdienst wird live aus der Turnahlle dorthin übertragen. Man feiert also zusammen in getrennten Räumen -in der Turnhalle kann man auch auf einigen Bildschirmen Aufnahmen das anderen Publikum sehen. Diesmal konnte ich sogar eine englische Übersetzung bekommen, die ich zwar rein akkustisch nicht gut verstehen konnte, mit der ich aber viel Spaß hatte, wenn der Übersetzer begann zu singen ;-).
Mit meiner Freundin Minhye und einigen Englischlehrern hatte ich Spagetthi und theologisch recht verwirrende Gespräche über die Erlösung allein im Glauben, deren Auswirkungen und Lehrersein in den Phillipinen zum Lunch.
Danach war es mal an mir jemandem was zu zeigen =D! Ich habe Minhye in MEINE Gemeinde mitgenommen, sie war Gast in MEINER Theatergruppe und in dem Gottesdienst, in dem ich mich am wohlsten fühle. Es war echt schön, ihr alles zu zeigen, denn es war tatsächlich, als gehörte ich schon dazu. Und bald werde ich das auch offiziell. Mit dem membership course, den ich nächste Woche beenden werde, werde ich Mitglied der Onnuri Community Church (der 3.größten Koreas -und ich erweitere sie also). Mein soziales Netzwerk dort baut sich auch schon so langsam auf und ich habe schon Menschen, die ich Freunde nennen möchte. Jetzt steht nur noch die schwierige Frage offen, welchen Dienst ich tun soll: MIt dem Drama Ministry habe ich ja schon begonnen, aber mich interessieren natürlich auch brennend die Kinder- und Jugendarbeit, sowie die Tanzgruppe und BibleStudyGroups. Aber alles geht auf keinen Fall. Darüber werde ich wohl mal mit meinem Chef telefonieren müssen... wie gut, dass ich mit ihm immer gleichzeitig online bin!

Samil English Class

Vor einigen Wochen habe ich schon einmal von der English class der Samil-Gemeinde geschrieben, die damit kirchenfremde Kinder zu sich einladen wollen, was ich für einen sehr wertvollen Dienst halte, vor allem bei dem Englisch-Hype, der hier herrscht.
Diesen Samstag war ich wieder dort -mein 2.Mal- und ich bin schon zum Assistantteacher (also die 2. Frau im Raum) aufgestiegen, womit es zu meiner Aufgabe wurde, die korrekte Aussprache vorzusprechen und auch bei allem anderen zum direkten Vorbild der Kinder zu dienen, was ich ganz gut hinbekommen habe.
Ein Wort zum Vorbereitungsstil würde ich gern meinem lieben KidsChurch-Team zukommen lassen: Wir waren gar nicht so schlimm was die Vorbereitung anbetrifft. Vielleicht haben wir in dieser aber die falschen Prioritäten gesetzt.
In der Samil läuft das so: Einige treffen sich schon morgens, um in eine Grundschule in die Umgebung zu gehen und dort Kinder einzuladen. Danach stoßen weitere zum gemütlichen Lunch dazu, das bis 15 Minuten vor dem Programm geht.Davon werden 10 Minuten für Gebet und 5 Minuten für die Aufteilung der Aufgaben genutzt. Ja, die 90 Minuten Plenum und Einzelgruppen wurden innerhalb von 5 Minuten vorbereitet und anhand von einer PowerPointPräsentation, Lehrbüchern und einer Menge Spontaneität durchgeführt. Daraus kann man zwar eine schöne Atmosphäre basteln, ich habe aber doch den Eindruck, dass die Qualität des Unterrichts leidet und dass nicht sonderlich viel hängen bleibt. Außerdem wundert mich, dass praktisch alle Vokale gleich klingen: a = "ae", o = "a", i = "i", u = ein aus dem Bauch gepresstes "uae", e = "ae". Ich habe ja aber beim Englischlernen auch das Glück gehabt mit dem Deutschen nicht so weit vom Englischen entfernt zu sein wie die Koreaner mit ihrer Sprache. Vielleicht ist es für sie so einfacher.
Nach dem offiziellen Part wurde reflektiert (glaube ich- war koreanisch) und andere Dinge vorbereitet, wie z.B. ein Besuch afrikanischer Kinder in der Samil, bei dem ich mithelfen werde. Anschließend ist ein Teil des Teams noch mit mir Pizza essen gegangen, bevor man mich totmüde in einen Bus verfrachtete, in dem ich irgendwann aus meinem Dämmerzustand erwachte und bemerkte, dass ich keine Ahnung habe, wo ich aussteigen muss. Ich bin am Ende aber gut nach Hause gekommen. Wie immer ;-).

Sonntag, 9. November 2008

Prayer Teams

Seit heute morgen habe ich im Rahmen eines Projektes des Onnuri English Ministry 2 Prayer Partners bekommen, mit denen ich in meiner Zeit hier Gebet und Leben teilen werde. Ich freue mich schon so sehr auf das erste Treffen, denn meine beiden Partnerinnen sind super!v Von Anna habe ich ja schon geschrieben und ihr könnt euch vorstellen wie glücklich ich war, mit ihr in einem Team zu sein. Aby aus Malasya ist auch sehr lieb und ich glaube, wir werden viel zu teilen haben und alle sehr daran wachsen. Ich freu mich so, denn das ist es, was ich auch in Deutschland schon wollte: Wirkliche geistliche Gemeinschaft, in der man gemeinsam mit Jesus gehen kann.

Samstag, 8. November 2008

Freude

Habe ich eigentlich schon erwähnt wie schön es ist bei Patmos zu arbeiten? Gestern war es wieder so weit und neben ner Menge englischer Wörter, die ins Deutsche übertragen werden wollten, bin ich mal wieder unglaublicher Freundlichkeit begegnet. Alle Mitarbeiter scheinen mich zu mögen... und ich mag sie auch =D. Und obwohl es Sprachschwierigkeiten gibt, haben wir immer wieder sehr viel Spaß zusammen und es gibt viel zu Lachen -ob über die kanzinanda-boys ("kanzinanda" ist koreanischer Jugendslang für "schmuck") oder meinen Umgang mit koreanischem Essen-.
Dieses mal war ich vietnamesisch essen und fand es ehrlich total lecker. Es gab dicke Nudeln mit Pilzen und scharfer Soße. Dazu wurde so etwas ähnliches wie Frühlingsrollen serviert. Sie hatten nur viel interessantere Formen... und aus einer Sorte schaute eine Krebszange heraus.

Freitag, 7. November 2008

In 4 Monaten...

... werde ich in einem Bett in Deutschland wieder aufwachen. Man, wie schnell die Zeit vergeht.
Dennoch... die letzten 2 Monate sind nicht ohne Spuren an mir vorbeigegangen und wenn ich zurückschaue, kann ich zufrieden sein, mit dem was geschehen ist. So langsam merke ich wirklich, dass ich angekommen bin. Das äußert sich zum Einen darin, dass es nicht mehr so viel Neues und gibt und mich -zweitens- das, was noch neu ist, nicht mehr so in Aufregung versetzt. Letzteres finde ich zwar nicht so schön, es handelt sich dabei aber keineswegs um Abstumpfung, denn ich nehme immer noch alles mit offenen Ohren und Augen auf.
So habe ich zum Beispiel am Mittwoch abend ein "prayer meeting" des Onnuri English Ministry genießen dürfen, wo ich Anna kennengelernt habe, die aus den USA kommt, deren Vater aber Deutscher ist und die auch schon ein Semester in Deutschland studiert hat. Ich hoffe den Kontakt mit ihr vertiefen zu können, sie ist eine so Liebe! Wir haben uns beide gefreut mal wieder Deutsch sprechen zu können und sind noch Kakao und Saft trinken gegangen -in einem italienischen Café, in dem ich doch tatsächlich ein Mozarellabrot bekommen habe! =D
Am Donnerstag abend dagegen durfte ich mich ein weiteres Mal erschlagen lassen. Mit einem Bekannten aus der Caleb-Gemeinde bin ich nämlich bei einem 3 Stunden-Lobpreisgottesdienst nach koreanisch-emotionaler Art gewesen. Etwa zur Hälfte der Veranstaltung, die nur aus Lobpreis bestand, hörte die Musik auf und ließ mic ören, was sie vorher verdeckt hatte: Das Schreien und Heulen der Leute bildete nun einen Geräuschteppich, der mich an sehr traurige Dinge erinnerte und eine Gänsehaut nach der anderen fabrizierte. Obwohl für mich Anbetung etwas fröhliches ist und deshalb meist nicht zum Weinen anregt, kann ich mich mit dieser anderen Art der Gottesbegegnung noch anfreunden. Was mir allerdings wirklich unangenehm war, war, dass Menschen in tiefer Anbetung, denen die Tränen liefen oder die das anders nach außen hin zeigten, direkt gefilmt wurden und dass das Weinen einiger mit Mikro verstärkt wurde.
Ich habe aber auch erfahren, dass diese Art Gottesdienst in Korea schon lange nicht mehr normal ist und auch hier die Kultur sehr in Bewegung ist.

Neues aus dem Reich der Formen und Farben

19.10.-05.11.

Montag, 3. November 2008

Fuß und Leben bewegen sich weiter.

Viel Pause habe ich mir nicht gegönnt, das muss ich zugeben. Dennoch gehts meinem Fuß schon wieder fast normal. Wie hätte es auch anders sein können bei so viel Gebet?
Jedenfalls konnte ich schon am Sonntag wieder auf Achse sein, auch wenn nur an einem Ort. Ich habe mich für den OEM- Onnuri English Ministry entschieden.
Dort gehöre ich jetzt zum Drama Ministry Team und für meinen ersten kleinen Part in einem Anspiel werde ich am 23.11. auf der Bühne stehen. Falls es jemanden interessiert wie ich mich in Englisch anstelle, unter diese Adresse wird einige Tage später eine Aufzeichnung zu finden sein: http://www.cgntv.net/service/program.asp?pid=224.
Anschließend habe ich den Gottesdienst besucht, der mir wieder einiges gebracht hat und mich in meinem Wunsch nach einer smallgroup bestärkt hat.
Mit einigen Leuten, die ich an diesem Tag kennengelernt habe, bin ich dann zum Dinner mit leckerem Omurice (Omlette mit Reis, Gemüse und Ketchup) und anschließend zur membership& baptism class. Dort gehen alle hin, die Mitglied von OEM werden wollen und sich davor ggf. taufen lassen wollen. Es war schon das zweite Treffen, doch ich war nicht die einzige Neue und es war sehr schön alle kennenzulernen.
Im OEM gefällt es mir immer besser. Ich will aber auch koreanische Kirchen sehen und so stehe ich jetzt vor einer Entscheidung: In koreanischen Gemeinden bin ich immer bloß Zuschauer, im OEM kann ich aktives Mitglied sein. Allerdings ist OEM sehr international/amerikanisch geprägt und nicht eine der koreanischen Gemeinden, zu denen ich ja eigentlich Kontakt knüpfen sollte/wollte. Es gibt ja aber nur einen Sonntag pro Woche...

-HELP-

Liebe kreative Kinderarbeits-Menschen dieser Welt, ich brauche eure Hilfe!
Mittlerweile bin ich mit dem Übersetzen des ersten Patmos-Programms fertig, doch eins fehlt mir immer noch: Der passende Name!
Das Ganze ist so ähnlich wie KidsChurch und heißt ursprünglich "DynamoKids". Die koreanische Variante trägt den interessanten Namen "Wow-Q-Kids". Ich möchte für das deutsche Programm einen deutschen Namen, aber mir ist bisher noch nichts eingefallen, das interessanter als "Kinderkirche" klingt. Judy (und ich auch) hat auch hohe Ansprüche an den Namen: Etwas, was Kinder lesen und neugierig werden, fragen, was das ist und mal vorbei kommen. Das ist natürlich sehr ideal... ich bin erst mal glücklich über jeden Vorschlag!
*In der Hoffnung hierdrauf ne Menge Kommentare voller Kreativität zu bekommen* eure Gela

"I cried also the first time" -Au.

Auch in der viertgrößten Stadt der Welt ist der Gela-Mensch nicht vor Schmerzen geschützt. Besonders wenn er sich mittlerweile so selbstverständlich durch U-Bahnschachte bewegt, dass er nebenbei SMS tippt, 2 Sufen verpasst und dabei prompt umknickt und hinfällt. Nach Hause es hat dii Königin der Tollpatschigkeit dann doch noch geschafft: Mit Sternchen vor der Augen auf den Sitz in der Bahn geschmissen, 50 Minuten in vollkommener Bewegungslosigkeit mit schlechtem Gewissen wegen der vielen Halmonis (Omis), die neben mir standen, verharrt und nach Hause gehumpelt. Am nächsten Tag sah das Ganze eher schlimmer aus: Mit dem dicken Fuß konnte ich kaum noch Laufen und so ging es mit Gastvater, -bruder und -halmoni zum Akkupunkturarzt. Ich bekam Nadeln in Arm, gesunden Fuß und Zeh des geschwollenen Fußes. Hinterher wurde das "bad blood" weggenommen(Wie mir meine Mama später erklärte wurde damit der Bluterguss bekämpft. Ich dachte in dem Moment an YingYang und Naturheilkunde.). Aus lauter Unwissenheit darüber, was die mit mir machen, liefen dann ein paar Tränen, auch wenns nicht wehgetan hat. Die Reaktionen meiner Gastfamilie: Joshua erzählte, er hätte beim ersten mal auch geheult, der Vater nahm mich in den Arm, die Oma drückte mich in Oma-Art ganz fest an sich und die Mutter lachte.
Da ich ja nun kaum laufen konnte, beschloss ich schweren Herzens, nicht zur SAMIL-Gemeinde zu gehen, obwohl es an diesem Tag ein "Welcome"-Essengehen für mich geben sollte, sondern mit meiner Gastfamilie per Auto zu einer koreanischen Hochzeit zu fahren. Das Resultat dieser Entscheidung war eine Überhäufung mit Kitsch und viele liebe Anrufe von SAMIL-Englischlehrern, die mich vermissen und für mich beten.