read about...

Mittwoch, 31. Dezember 2008

Weihnachten auf Koreanisch

...heißt 크리스마스 =D (für alle, die auf Grund von mangelnden Sprachkenntnissen jetzt nicht mit mir lachen können: In englischen Zeichen umgesetzt bedeutet das: Keurismaseu, was der koreanischen Aussprache des englischen Wortes Christmas entspricht.).
Doch auch wenn es sich fast um das gleiche Wort handelt, ist nicht das Gleiche drin: Weihnachten hat hier kaum Bedeutung. Ein paar beleuchtete Kaufhäuser und ein paar Plasteweihnachtsbäume in amerikanisch orientierten Wohnzimmern -Es ist eben ein westliches Fest, trotz der vielen Christen hier. Feiertag ist der 25.12. aber trotzdem und wir vor allem genutzt, um mit dem Partner auszugehen. Alle, die gerade Singel sind, wälzen sich entweder in ihrer Einsamkeit, gehen zur Kirche (was hier heißt, dass man den ganzen Tag beschäftigt ist) oder tun beides.
Es gibt aber auch die, die Freunde treffen und dazu durfte ich mich dieses Jahr zählen. Da ich mittlerweile eine Menge Freunde hier habe, hatte ich nach anfänglicher Unklarheit wirklich viel vor. So kann ich Weihnachten die Steigerung der Adjektive zuordnen, die auch das normale Leben gut beschreiben: busy (ich entschuldige mich für diese Anleihe aus dem Englischen, aber Deutsch bietet einfach kein Wort, das so passt wie dieses) und total toll!
Der 24.12. begann mit einem überhörten Wecker -.-, was mich aber nicht davon abhalten konnte, meine amerikanische Freundin Anna und ihre koreanische Freundin Jenny zu einem superleckeren Frühstück in Seoul zu treffen. Es gab "Pancakes with Mozzarella and Cream Cheese" *yaaaammi!*. Das war so schön, dass ich doch glatt 1 Stunde zu spät nach Hause kam, um mit meiner Gastfamilie und vielen Gästen Lunch zu haben... Es war aber nicht nur meine Schuld, denn halb Seoul schien beschlossen zu haben, dass Heiligabend ein guter Tag ist, um sich auf den Straßen aufzuhalten, sodass die Fahrt nach Hause einige Nerven kostete.
Als ich letztendlich dennoch das Restaurant betrat, in dem alle versammelt waren, fühlte ich mich wie das Geburtstagskind, für das alle gekommen sind...^^ "Alle", das waren ChunSik, SoonHee, ihr deutscher Gast Heinz, Professor Kim mit Familie, einer der beiden Fahrer von Alex, die uns als deutsche Gruppe in Seoul kutschiert hatten, ein Lehrer aus der Akademie meiner Gastmutter aus den Philipinen und sein indischer Freund sowie meine Gastfamilie. Als ich kam, haben sie mich freudig begrüßt, die vegetarische Pizza kam gerade und das Aufschneiden der tollen Weihnachtstorte danach wurde mir übrlassen. Der Preis dafür war aber mal wieder ein Auftritt... wir haben nämlich ein wunderbares Spiel gespielt. Dabei wird ein Taschentuch von Person zu Person weitergegeben, während alle Spieler "Holy Night" trällern. Wer das Taschentuch beim Ende des Liedes in der Hand hat, muss eine Privatvorstellung geben, und Professor Kim saß neben mir. Was das beides miteinander zu tun hat? Guess what happend... Genau. Der liebe Professor sorgte dafür, dass ich die Letzte mit dem Taschentuch war, sodass ich "Oh Tannebaum, die Treppe rauf und runter" (die Version meines Opas, über die in diesem Fall sich nur Heinz wundern musste^^) zum Besten geben durfte und danach noch zum Dipdip-Tanz (Bewegungen zu einem Lied für Kinder) genötigt wurde, wobei ich alle anderen zum Mitmachen aufforderte. Wie auch immer -es war schön.
In der kurzen Zeit zu Hause kamen dann Tante und Onkel vorbei und brachten noch eine Torte mit... das macht man hier so zu Weihnachten: Torten mitbringen. Aber was für welche...
Wenig später bin ich mit gepacktem Rucksack wieder aufgebrochen. Jetzt ging es zum Treffpunkt mit einer Gruppe koreanischer Freunde, von dem aus wir mit dem Auto ca. 2 Stunden in eine andere Stadt gefahren sind (braucht normalerweise nicht so lang, aber die Leute waren unterwegs...). Die Zeit ging aber mit diversen Weihnachtsliedern und interessanten Soloeinlagen (^^) von KjongHo oder anderen aus der Gruppe schnell vorbei. Am Bestimmungsort haben wir uns bei Nachtgrillen eine sehr schöne Zeit gemacht (die anderen mit Fleisch vom schwarzen Schwein aus Jejudo-Island -anscheinend eine echte Delikatesse- und ich mit Knabbergemüse und Eistorte) und anschließend 3-4 Stunden in dem gemieteten Raum geschlafen.
Am nächsten Morgen haben wir einen Gottesdienst in einer kleinen Dorfgemeinde besucht, wo ich bei vielen wahrscheinlich die erste Ausländerin ihres Lebens gewesen bin (den Blicken nach -.-) und den ich nicht verstanden habe. Eines jedoch habe ich mitbekommen: Dieser Gottesdienst war sicher nicht so "Weihnachten" wie alles, was in deutschen Gemeinden in dieser Zeit geschah.
Meine Begeleiter hatten danach noch Schlittenfahren auf künstlichem Schnee geplant, doch ich musste zurück nach Seoul, sodass ich allein den Express Bus nahm. Sehr nette Erfahrung, auch wenn Schlittenfahren wahrscheinich noch spannender gewesen wäre. Es konnte mich aber nichts davon abhalten, bei der "International Celebration of the Birth of Jesus Christ" dabei zu sein, auch wenn ich letztendlich extraterrestrische 40 Minuten zu spät war -.-. Naja, ich war nicht die einzige ;). Hier feierten alle englischen Gemeinden zusammen Weihnachten, was schon allein durch die Größe eines Theatersaals und Weihnachtslieder festlich werden musste.
Die perfekte Abrundung eines schönen Weihnachtsfestes bildete dann das Dinner mit einigen Mädels aus dem Onnuri English Ministry in einem traditionellkoreanischen Restaurant auf dem Boden sitzend und der Kaffee in einem nicht so sehr traditionellen Café mit einem höchst untraditionell schüchternen Kellner.

Dienstag, 30. Dezember 2008

I was dreaming of a white christmas


Einen Tag vor Weihnachten hat es geschneit =D!!!
Doch schon am Abend des gleichen Tages kam die Ernüchterung: Dies ist Seoul. Auch wenn die Temperaturen schon lange stabil unter Null liegen, bleibt nichts liegen, über das innerhalb weniger Stunden mehr Menschen laufen oder fahren als eine Magdeburger Straße in zwei Tagen zu erträumen wagt.
Schön war es in den ersten Stunden aber trotzdem und weiterfrieren ist sowieso an der Tagesordnung.

Montag, 29. Dezember 2008

Und wieder keinen Schlaf

Montag, der 22.12. wurde durchgerackert... Erst saß ich bei Patmos am Übersetzten und anschließend zu Haus bei dem Versuch mein schlechtes Gewissen abzubauen, da ich mich noch nicht um Weihnachtsgeschenke für koreanische Freunde gekümmert hatte außer meine Ma zu bitten, Kerzenfarben zu schicken, da ich mir doch treu bleiben wollte und selbstgemachte Kerzen schenken wollte.
Am Dienstag hatte ich verschiedene Verabredungen:
Erst stand die erste Koreanischstunde seit 2 Wochen mit Kjong Ho an. Allerdings hatte ich mich dem Selbststudium meines Buches nicht widmen können, war total müde und außerdem war einiges zu erzählen... Und um Lunchtime herum kam ein Freund von Kjong Ho, den ich auch schon kennenlernen durfte, zu uns, um uns kurz darauf in dem Starbucks, in dem wir saßen mit Mittagessen von Mc Donalds zu versorgen... In seiner kurzen Mittagspause von 30 Minuten, die ihm der Handyladen, in dem er arbeitet, zugesteht... WOW!
Ein bisschen gelernt haben wir dann aber doch noch bis ich los musste. Ich hatte nämlich eine Verabredung mit dem neuen Jugendpastor Daniel und seiner Frau Christina aus dem Onnuri English Mimistry, die gerade aus Kanadaa gekommen waren. Wir haben uns bei Kaffee und Hot Choco darüber unterhalten wie ich mich im Youth Mimistry einbringen könnte. Die beiden haben mich sehr beeindruckt! Sie haben echt eine Vision für die Jugendarbeit und packen schon kräftig an und struckturieren um, obwohl sie erst seit knapp 2 Monaten im Dienst sind. Und ganz nebenbei sind sie unglaublich lieb und herzlich und wirklich auch an den Menschen als Person interessiert, nicht nur als Mitarbeiter oder Teilnehmer. Am Anfang seines Dienstes gibt es für jeden Mitarbeiter die Chance, einen Gabentest zu machen, um Klarheit zu bekommen, wo man sich am besten einbringen kann. Der ist normalerweise recht teuer, aber in dem Fall des Youth Ministrys bekommt man es kostenlos. Gleichzeitig aber ist das Ergebnis nicht bindend. Wenn man sein ganzes Leben lang das gleiche in der Gemeinde gemacht hat, z.B. Gitarre spielen, ist es urchaus erlaubt, mal das Moderieren auszuprobieren, auch wenn der Gabentest eindeutig sagt, dass du ein Talent für Musik hast.
Auch höchst beeindruckend fand ich, dass sie sich Gedanken darüber gemacht haben, wie sich mich in den 2-3 Monaten, die ich noch hier bin, am besten fördern könnten. Ihrer Philosophie nach kommt es auf den Moment an, nicht nur auf die Zukunft -wir könnten schließlich im nächsten Moment sterben, oder? Deshalb kann ich also demnächst offiziell "teacher" werden, auch wenn nur bis März. =D
Zum Dinner durfte ich noch die Freude haben, eine Freundin aus der Samil-Gemeinde zu treffen und ihren Boyfriend kennenzulernen.
Die Christen (aber nur die, in Coffee Shops, U-Bahnen&Co kann man auch ganz anderes sehen) hier sind in der Öffentlichkeit tatsächlich zurückhaltender mit ihrem Partner als Deutsche -außer an Weihnachten, aber das ist eine andere Geschichte.

Freitag, 26. Dezember 2008

Ich muss verrückt sein.

Oder einfach nur neugierig?! Den 14. Sonntag meiner koreanischen Zeit (ehrlich, erst so wenige?!), füllte ich ganz besonders gut: Drei Gottesdienste in verschiedenen Ecken Seouls und eine Weihnachtsparty. Die Folge dieses Wagemutes war, dass ich zu keinem der Gottesdienste rechtzeitig kam. -.- Die erste Gemeinde war wieder die Grace Church und diesmal fühlte ich mich dort auf Grund lieber Menschen und vermutlich des Gefühls von Bekannt- bzw. Vertrautheit richtig wohl. Ich wurde sogar auf Deutsch begrüßt und bekam eine Englische Übersetzung =). Diese Gemeinde ist zwar gar nicht so groß (wenn auch sehr gut besucht), aber ihre Mitglieder sind aus irgendeinem Grund sehr vielsprachig. So krass habe ich das noch nicht erlebt. Vermutlich liegt es an ihrem Gründer und Senior-Pastor, der lange in Amerika gelebt hat und dort die ursprüngliche Grace Church gegründet wurde, die später auch in Korea entstand. Der Gottesdienst dauerte länger als zweieinhalb Stunden und ich habe es gar nicht gemerkt. Das war auch der Grund, warum ich zum Gottesdienst der Calebgemeinde im Nachtclub erst zur Predigt kam. Meine eigentlichen Gründe zu kommen, waren aber auch das Weihnachtsmusical nach dem Gottesdienst und die Menschen, da ich vom Rest auf Grund von Sprachbarrieren sowieso nichts mitbekomme. Es hat sich gelohnt zu kommen. Wieder eine aufreibende Bustour später (aufreibend, weil im inneren Stresszustand, der den Stau aber leider nicht dazu bewegen kann, sich in Luft aufzulösen) konnte ich mich im OnnuriEnglishMinistry zurücklehenen und aus der Predigt von Pastor Eddie auch endlich mal etwas für mich persönlich mitnehmen. Der Gottesdienst am Sonntag vor Weihnachten war dann übrigens doch mal ein bischen special. Z.B. waren die Kindergruppen der Gemeinde da und haben ordentlich Stimmung gemacht. Die hat auch er gezaubert:

Danach habe ich mich ganz spontan entschlossen, an der Weihnachtsparty der Gemeinde teilzunhemen. Dort gabs lecker Essen (wozu ich am Tag vorher noch keine Zeit gehabt hatte...), einen Weihnachtsbaumdekorierwettbewerb und ein Geschenkeaustauschspiel mit Freunden aus aller Welt. Sehr schön! Zu mehr Weihnachtsstimmung hat das aber auch nicht beigetragen.
Den Erschöpfungsgrad eines solchen Tages möge man sich vorstellen.

Zurück in der Höhle des Löwen oder doch nicht so schlimm

Der Samstag begann mit einer gewöhnlichen schönen Englishclass in der Samilgemeinde. Danach allerdings ging es nicht gewöhnlich weiter, denn es gab ein Nachtreffen des Seminars in der Grace Church -ja genau, nach 2 Tagen. Ich finde die Idee gar nicht dumm, unmittelbar nach dem Start in den Alltag noch einmal in der geistlichen Gemeinschaft zusammenzukommen. Ist nur z.B. für KonfiCastle so schwer umzusetzen.
Im Fall dieses Seminars war ich mir erst recht unicher, ob ich hingehen sollte, aber da eine Freundin ein länger geplantes Treffen absagte und ich plötzlich Zeit hatte, wagte ich es, wieder dort hinzugehen, wo meine Verwirrung zu Hause war. Erstaunlicherweise war nur ungefähr die Hälfte der Teilnehmer da, auch wenn ich am Donnerstag beim Seminar eine der Wenigen war, die ihr Kommen nicht fest zugesagt hatten.
Das Treffen an sich war dann gar nicht schlimm, wenn nicht sogar sehr schön. Neben Dinner, Programm mit Zeugniserzählung und Wettbewerb, wer die meisten Geschenke, die wir beim Seminar bekommen hatten, mitgebracht hatte (der eindeutige Sieger: ein 18jähriger Junge, der alle Geschenke mithatte, indem er sie an Sweatshirt und Jeans geklebt hatte und nicht nur wie alle anderen die diversen Ketten umhatte^^) waren ja auch meine neugewonnenen Freundinnen da, mit denen das Ganze dann Spaß machte. Und da wir zur Begrüung warum auch immer 2 Krawatten bekommen haben, hatte ich auch gleich ein Weihnachtsgeschenk für meinen Gastvater -Es hat sich also gelohnt =D!

spirit, mind and soul

Seelische Verwirrung kann sich körperlich äußern, habt ihr das gewusst? (Zu feststehenden Äußerungen über "spirit, mind and soul" wie die einiger koreanischer Pastoren, möchte ich mich aber dennoch nicht hinreißen lassen.)
Neben Müdigkeit und dem Umarmen kranker Menschen führte nämlich meine innere Unruhe dazu, dass ich am nächsten Tag bei Patmos total erschöpft, mit einer Erkältung und leichtem Fieber aufkreuzte. Dieser Umstand hat mich allerdings in die liebevolle Obhut meiner Kollegen und vor allem Judys geführt und das war gar nicht so schlecht ;-).

Vierfach vollste Verwirrung

Zunächst einmal entschuldige ich mich für die mangelnde Aktualität des Blogs. Das hat zwei Gründe: 1. strebe ich mittlweile mit großen Schritten den koreanischen "busy"-Grundsätzen nach und 2. wusste ich nicht, wie ich mich über das Ereignis, das in der zeitlichen Reihenfolge dran ist, äúßern sollte. Ich habe mich nun für eine recht allgemeine Darstellung entschieden:
Von Montag, den 15.12. bis Donnerstag, den 18.12. war ich "Kandidate" bei einem Seminar mit dem Namen "Tres Dias", das von der GraceChurch organisiert wird und zu dem ich von ChunSik eingeladen worden bin. Das Ganze hat mich mit diversen theologischen Spitzfindigkeiten bombadiert, denn sowohl der charismatische Stil mit Zugenrede und Umfallen beim Segensgebet als auch die Lehre führte bei mir zu einigen Fragezeichen, die noch der Klärung bedürfen. Ich vermute jedoch, dass einige Missverständnisse auch durch die Übersetzung entstanden sind. Das Seminar war schließlich in Korenisch gehalten und ich hatte meinen ständigen Übersetzer ChunSik, wofür ich sehr dankbar bin, was aber durch akkustische Schwierigkeiten das Zuhörvergnügen etwas minderte.
Als wir Kandidates an dem Seminarhaus zwischen Bergen und Meer aus dem Bus stiegen, wurden wir von spalierstehenden singenden "team members" empfangen, die übers ganze Gesicht strahlten. Diese Liebe im Dienst zog sich durch das ganze Senminar und war für mich das beeindruckenste an allem. Bezeichnent war auch, dass es dreimal mehr Mitarbeitende als Teilnehmer gab(das Bild zeigt fast alle Helfer), die in Küche, Dekoteam, Programmteam undundund ihre Aufgaben fanden, sodass wir Kandidates die ganzen vier Tage über so richtig verwöhnt wurden. So gab es z.B. jede Mahlzeit ein (für Koreaner-.-) überaus leckeres Essen, viele liebevoll bereitete Snacks zwischendurch (wovon ich mich hautsächlich satt gegessen habe^^), massenweise Geschenke (auf meinem Weg nach Hause habe ich im Vergleich zum Hinweg das Doppelte getragen), Wichtel, die über dem Tag die Zimmer aufgeräumt haben und so weiter. Beeindruckend war auch, dass jedes Mal, wenn wir den Raum gewechselt haben, die Mitarbeiter einen Pfad bildeten, indem sie links und rechts standen, saßen oder knieten und beteten. Als das aber laut wurde, geschrieen und in Zungen gebetet wurde, war das für mich Unerfahrene schon eher beängstigend.
Die Liebe zeigte sich im Laufe des Seminars auch noch anders, z.B. in einer Aktion, in der jeder jeden umarmte, vom 73-jährigen Pastor bis zu der Frau, die am Tag vorher noch wegen ihrer Erkältung im Krankenhaus gewesen war. Die Koreaner haben es sichtlich genossen sich dabei gegenseitig 사랑함니다 (=ich liebe dich) zuzurufen und die Mitarbeiter mit den Taschentuchboxen standen bereit.
Die Feier des Abendmahls war im Vergleich zur deutschen Art und Weise betrachtet auch interessant. Alle knieten oder saßen auf Kissen auf dem Boden und beteten, während nach und nach Reihe für Reihe sich anstellte, um bei einem der vier Pastoren am Altar niederzukniehen, sich ein Stück Weißbrot abzubrechen und aus der Karaffe mit dem furchtbaren koreanischen Traubensaft zu trinken. Unter vielen Tränen ging es dann zurück zum Kissen und es wurde weitergebetet.
Zwischendurch gab es Lehreinheiten und Lobpreismusik mit Tanz, der alle begeisterte. Hier wurde gerade eine ältere japanische Pastorenruppe aufgefordert, den eben gelernten Tanz auf der Bühne vorzuführen, nachdem auch ich mit meiner Gruppe auf der Bühne hoppsen durfte ;-):

Das Ganze fand übrigens zu höchst christlichen Zeiten statt: Von 5 Uhr morgens bis 9 Uhr abends.
Obwohl wir am ersten Abend nicht sprechen durften, um uns auf Gott zu konzentrieren (find ich eigentlich gut, aber warum der erste Abend?!), konnte ich doch einige liebe Menschen kennenlernen und neben vielen Fragezeichen und ner Menge Geschenke, zwei neue Freundschaften mitnehmen. Ein schönes Resultat, das allerdings die Durcheinanderschmeißung meines Zeitgefühls und meines Glaubens als Nebenwirkung hatte.