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Freitag, 28. November 2008

life goes on...

Langsam wird mein Aufenthalt hier erwartungsgemäß
vom Abendteuer zum Leben, sodass ich am Dienstag eine mittlerweile wirklich gute Freundin treffen konnte, mit der ich einen Mix aus Deutsch, Englisch und Koreanisch spreche. Sie hat nämlich ein Jahr in Deutschland die Sprache studiert, muss im Moment Englisch trainieren und ich will Koreanisch lernen, sodass wir je nach aktuellem Bedürfnis die Sprache wechseln.
Um Sprache gings dann auch danach mit KjongHo (-Sprachaustauschlehrer), auch wenn wir mittlerweile nicht mehr 2:8 Erzählen:Lernen, sondern eher umgekehrt... ;-).
Am Mittwoch morgen war ich zum ersten Mal bei einem koreanischen Frisör, wo zum Glück meine Gastmutter am Anfang verkündete, was ich will. Jetzt siehts zwar trotzdem ganz anders aus, aber gut! Hier werden die Haare zuerst trocken geschnitten und danch gewaschen und geföhnt... für gute 5€. "Nicää" (wie der waschechte Koreaner sagen würde). Englischunterrihtgeben und Theaterproben kosteten danach einige Energie, die mir am Morgen des Donnerstags gebraucht hätte, um den Regen wegzudenken. Stattdessen blieb ich einfach länger im Bett! =)
Trotzdem musste ich zur Koreanischstunde los und es hat meine Laune dabei auch nicht gerade aufgebessert, einen alten Mann zu treffen, der sich neben mich setzte und mir mit einer Fahne, die eindeutig alkoholisch roch, die ganze Zeit sagte: "You ar werry bjutiful." Auch der junge Herr in Lederkluft auf dem Platz in der U-Bahn neben mir, der sich nicht auch nicht mit einem scharfen "Could you please stop this!" davon abbringen ließ, in mein Buch zu schauen und dabei halb über zu hängen, bis ich entnervt aufstand, machte mich nicht gerade glücklicher. Erst KjongHo hat es gaschafft Aufheiterung herbeizuführen.
Wahrscheinlich hat der Freund, der mir sagte, ich solle vorsichtig sein, denn koreanische Männer fänden westliche Frauen sehr anziehend, Recht. Na, was solls, jetzt habe ich gelernt wie ich ihnen auf koreanisch sage, sie sollen sich verziehen! Da kann ja nichts mehr passieren.^^

Donnerstag, 27. November 2008

Um ein Visum, ein Gipsbein, einen Kilo mehr auf den Rippen und ein Video im Internet reicher.

Solch vielfältige Ergebnisse kann man nur erringen, wenn man sich mit ChunSik und SoonHee trifft. Dennoch haben sie einigen Kampf erfordert. Zurück im Immigration office war ich anfänglich sehr zuversichtlich bis sich Problemchen mit Passfotos und Formularen einstellten, die wir aber noch gut bewältigen konnten. Ein härterer Brocken waren dann schon die Beamten, denen nun einfiel, dass ich noch ein weiters Papier brauche, da sie Patmos nicht als kulturelle, sondern nur als religiöse Einrichtung zählen können.
Nach 2 1/2 Stunden Warten, Beten und Diskutieren, siegte jedoch ChunSiks Hartnäckigkeit, mit der er dem Beamten zurecht erklärte, er könne nicht am ersten Tag dies und am folgenden etwas ganz anderes erzählen. Konnte ja auch gar nicht anders ausgehen, schließlich hatte ich den Allmächtigen und viele Menschen, die für mich gebetet haben, auf meiner Seite. So muss ich also dank 2 koreanisch-deutsch sprechenden Männer (ChunSik und ein freiwilliger Helfer des immigration office), die sich links und rechts von mir aufgebaut hatten, nicht zu einem spontanen Wochenendtrip nach Japan aufbrechen. Jetzt, wo ich nicht mehr dazu gezwungen bin, erscheint mir diese Chance aber umso reizvoller ;-).
Nach ner Menge superleckerem Nutella-Brot (Ja, echt aus Deutschland noch bei ChunSik und SoonHee vorhanden!!!), brach der gute ChunSik mit mir ins Krankenhaus auf.
Kränkenhäuser sind noch schlimmer als das immigration office.
Vor jeder Behandlung muss zuerst eine Nummer gezogen werden und im Vorraus bezahlt werden. Danke, deutsches Sozialsystem, dass es bei uns nicht so läuft!
Zuerst wird man für einen Grundbetrag als Patient registriert und bekommt eine Patienten-Chipkarte mit seinem Namen (Fotoalbumfüller^^). Dann schließt sich eine sehr sehr sehr lange Wartezeit an bis man zum Arzt kann, der diesesmal sogar perfekt Englisch sprach. Das Problem war nur, ich habe es nicht verstanden, denn woher soll ich die medizinischen Begriffe kennen?! Dieses Kapitel des Englischbuches hat uns Frau Mirle nicht beigebracht. Zum Glück hatte ich ja ChunSik.
Nächster Schritt war Röntgen, für das zuerst eine Unmenge Geld bezahlt wurde (Meine Auslandsversicherungs-Bescheinigung mochten sie nicht. Mal sehen, ob die Debeka etwas mit koreanischen Quittungen anfangen kann.), nachdem ich die entsprechende Nummer gezogen hatte.
Zum Glück wurde ich anschließend ohne Nummer zum Artz weitergeleitet, was aber auch wieder eine lange Wartezeit mit sich brachte. Das Ergebnis ist jedenfalls ein 20%-Bänderriss, der halb eingegipst wurde und mir dank meiner braunen Socke darüber jetzt schon einige Male die Bezeichnung "Teddy Bear" eingebracht hat, da mein Fuß jetzt die Tapsigkeit einer Pfote besitzt.
Zu Hause habe ich dann gelernt wie man koreanische Ramjon kocht -Fertignudeln in allen Geschmacksrichtungen. Die mit Curry find ich einfach super!
Wir haben noch ein weiteres Video für ChunSiks Homepage gemacht und gemeinsam gebetet und dann musste ich auch schon los, um meine PrayerPartners zu treffen, was mal wieder unglaublich schön war, auch wenn dieses Mal nur Anna aus den USA da war.

Mittwoch, 26. November 2008

Die Samil Gemeinde

Ebenfalls am Sonnatg durfte ich noch einiges über den Aufbau der SAMIL-Gemeinde lernen. Am Abend gab es nämlich den sogenannten "CampChoirContest", der ca 5000 junge Menschen in das Kirchgebäude trieben. Als ich das Haus betrat, fühlte ich mich unweigerlich an Tanzveranstaltungen an überfüllten Diskos erinnert, auch wenn es um das Motto "Klassische Musik" ging. Ob wir es in Deutschland auch schaffen könnten die jungen Leute am Sonntag abend in die Gemeinden zu bringen, die diesen normalerweise im Funpark verbringen?
Der Grund für den Auflauf war eine jährliche Veranstaltung, bei denen die verschiedenen "Camps" der Gemeinde gegeneinander mit Musik und Performance gegeneinander antreten. Jedes Mitglied der Samil-Gemeinde gehört zu einem der 12 Camps. Das ist ihre Gruppe, zu der sie sich innerhalb der Gemeinde für 2 Jahre zugehörig fühlen und mit der sie Projekte durchführen und Gemeinschaft haben. Jedes Jahr treten alle diese Camps musikalisch gegeneinander an. Dazu wurden dieses Jahr 50 aus jedem Camp ausgewählt, die in kreativen Kostümen beeindruckende Choräle gesungen haben. Anschließend wurden diese von einer musikalisch gebildeten und berühmten Jury bewertet. Während der Entscheidungsfällung trat ein Immitator des berühmten koreanischen Sängers "Rain" auf und war dabei körperbetonter als alles, was ich bisher in Korea gesehen habe. Ich war überrascht, doch hier holt man tatsächlich Jugendkultur in die Kirche. Insgesamt war das ein sehr schöner Abend, nicht zuletzt wegen der Menschen, die mit mir auf dem Boden einer der vielen Räume des Gebäudes vor einer Lifeübertragung aus dem Hauptsaal saßen und für ihr Camp jubelten. Am Ende gab es übrigens hohe Geldpreise für die besten, die aber gerade mal wieder reinbrachten, was sie für Kostüme ausgegeben hatten.

Dienstag, 25. November 2008

Leiten. Lenken. Lotsen.

Mein Sonntag hat mir Anlass gegeben, mich mit dem Thema Leiterschaft in Korea auseinanderzusetzen.
Am Vormittag bin ich nämlich zum zweiten Mal mit dem Pastor der Gemeinde meiner Gastfamilie mit dem Namen "Vision Sarang" begegnet, den ich auch schon am Samstag im Morgengottesdienst um 5 Uhr erleben durfte. Insgesamt ist er ein sehr engagierter und inspirierender Mann und vergleichsweise jung. Er hat schnell angefangen, mich hier und dort einzuplanen und ich fand es sehr schön, am Anfang gleich im Begrüßungsteam zu sein. Ich musste ihn jedoch hart enttäuschen, als ich ihm sagte, ich könne nicht jeden Sonntag kommen und in der Gmeinde dienen. Das war ja auch seltsam, man wiederspricht seinem Pastor nicht.
Danach war es wieder Zeit fürs Theatertraining mit meiner Lieblingsverrückten Onnuri-Gruppe, schließlich mussten wir das Stück für den Gottesdienst an diesem Tag noch üben - dachte ich. Als wir jedoch begannen, erfuhr ich, dass der Gemeindeleiter andere Pläne hatte und ihm das Stück noch nicht gefiel und deshalb alles gecancelt wurde. Der Gottesdienst wird aufgezeichnet und so muss alles perfekt sein. So übten wir also für die folgende Woche, indem Michelle -unsere Leiterin- uns sagte, was wir tun sollen und jede Idee erst beurteilen musste. Aber ich liebe meinen Dienst in der Gemeinde!
Deutsche haben eindeutig ein Problem mit Autoritäten. Dennoch bevorzuge ich den zugegebenermaßen anstrengenden, aber gerechten, Leitungsstil, dessen Aufgabe vor allem das Zusammenfügen der Ideen der anderen ist und nicht das Durchsetzen seiner eigenen.

Freitag, 21. November 2008

Busan -Koreas 2nd biggest city

Am Donnerstag habe ich in 5 Stunden mit dem Auto ganz Korea durchquert- von Seoul, größte Stadt, die fast ganz im Norden ist, nach Busan, zweitgrößte Stadt, die sich an der Südspitze am Meer befindet. Wie klein Korea ist, konnte man aber auch an der Landschaft erkennen: Wunderschön und überall gleich. Okay- an einer Stelle waren die Berge etwas höher, doch ich habe das Gefühl, Korea ist ein einziges Gebirge, das mir eine Menge wunderschöner, unfotografierbarer Bilder für mein Erinnerungsvermögen eingebracht hat.
Mein Ausflug war allerdings weniger touristisch als vielmehr menschlich interessant. Ich war mit 4 Patmos-Mitarbeitern dort, denn es gab ein Seminar in der größten Kirche Busans (-wirklich groß- zwei Gebäude, von denen eins schön größer als nötig zu sein schien) mit dem Namen Hosanna Church. Meine Hilfe wurde zwar nicht wirklich benötigt, doch natürlich war ich die ganze Zeit dabei.
Patmos hat übrigens doch das gleiche Problem wie wir- immer zu wenig Teilnehmer. Und ich dachte schon Korea sei vor solcherlei Problemen gefeit.
Nach getaner Arbeit gings zum Essen und zwar in der Nähe des zweiten Gebäudes unserer Gastgebergemeinde, die sich mitten im Kern Busans befindet. Sie stand übrigens zuerst da. Das Rotlichtviertel drumherum ist erst später entstanden, wurde mir mit peinlich berührtem Gesicht erklärt.
Zum Essen gab es für die anderen Fleischeintopf, der sogar für die harte Judy zu scharf war, während ich japanische Nudelsuppe mit Tofu namens Udong aus dem benachbarten Restaurant von der Kellnerin an den Tisch gebracht bekam^^.
Danach war es schon unglaublich spät und es zog meine Begleiter ins Bett in den Gästeräumen der Hosanna Gemeinde, aus denen wir am nächsten Morgen auch schon wieder früh zur Heimreise aufgebrochen sind.
Ich mag lange Autofahrten in vollgepackten Kleinbussen durch interessante Länder!^^
Was ich mitnehme? 1. Ich mag meine Patmos-Kollegen und sie mögen mich auch, wir haben den Gegenbesuch schon geplant^^. 2. Ich komme wieder nach Busan -ohne Begleitung und mit Zeit. Es gibt Flüge, die billiger als der Zug sind: 16€, bei deren Buchung Judy mir helfen wird. Na, mal sehen, ob das noch was wird, bevor ich wieder nach Hause fleig, so busy wie wir alle sind!

Vergleich.

Lasst uns doch mal einen ganz normalen freien Abend in Korea und Deutschland vergleichen, wie ich ihn diesen Mittwoch hatte.
Mit meinem Gastbruder hatte ich abgemacht, dass wir mal etwas zusammen machen und so haben wir uns für Kino entschieden (Gemeinsamkeit: So etwas tut man in Deutschland gelegentlich auch.).
Jeder fand zu Hause noch etwas zu tun vorher, sodass es etwa 40 Minuten später als geplant losging (Gemeinsmakeit: Gewisse Deutsche haben auch Probleme mit Pünktlichkeit. Unterschied: Das passiert aber bei den allermeisten nicht jedes Mal.).
Kurz bevor wir das Haus verließen, bemerkte Joshua, dass er eigentlich nicht mitkann, da er sein Geld sparen muss. Natürlich habe ihn daraufhin eingeladen! (Unterschied: Das Leuteeinladen habe ich erst hier richtig gelernt, denn es ist üblich. Ein weiterer Unterschied, den man hieran gut sehen kann: Man spricht sehr offen über Geld und Gehälter. Außerdem würde sich der ein oder andere Deutsche vorher überlegen, ob er ins Kino gehen kann, doch das ist in dem Fall wohl eher persönlichkeits- als kulturbedingt.)
Neben dem Kino, das sich in einem Hochhaus mit Kaufhaus&Co befindet, (Unterschied: So etwas habe ich in Deutschland noch nie gesehen.) befindet sich ein billigeres Kaufhaus, in dem wir auf Joshuas Anregung hin zu Abend gegessen haben (Unterschied: Der Durchschnittsdeutsche isst zu Hasue und nimmt nicht jede Mahlzeit in einem von vielen günstigen Restaurants zu sich.). Es gab eine Riesenportion Omlette mit angebratenem Reis (=Omurice), ein großes Stück Fleisch, Suppe, Salat und eine Art Kroketten, die wir uns geteilt haben, für ca 3€ (Unterschiede: viel, lecker, billig, zusammen- Esskultur.).
Anschließend haben wir uns mit Caramel- und Salzpopcorn, sowie sauren Gummiebärchen für den Film eingedeckt (Gemeinsamkeit: Alle mögen beim Filmgucken was knabbern. Da es sich um meine Idee und meine Wahl handelte, ist es nicht verwunderlich, dass es unkoreanische Trolli-Würmer gab.)
Als wir schließlich im Kino im 8.Stock angekommen sind, mussten wir für den Ticketschalter eine Nummer ziehen (Unterschied^^), um vom Verkäufer gesagt zu bekommen, dass der von Joshua ersehnte Film nicht mehr im Programm ist (Unterschied: In Deutschland würde man sich wohl vorher über Zeiten und Programm informieren, doch bei meinen beiden koreanischen Kinobesuchen sind meine Begleiter mit mir einfach so hingegangen.).
Zurück im Fahrstuhl viel mir der Begriff "skygarden" auf und so sind wir in den 10. Stock gefahren, wo wir einen netten kalten dunklen Garten mit bunten, kohlkopfartigen Gewächsen auf dem Dach des Hochhauses betraten (Uuuunterschiede, oder hat jemand von euch in Deutschland schon mal einen Salatgarten im 10.Stock besucht?).
Auf dem Rückweg nach Hause haben wir in einer Videothek DVDs für einen Filmabend zu Haus geholt, wobei Joshua und ich jeweils eine gewählt haben und ich nur knappe 2€ bezahlt habe (Der Preisunterschied ist ein beneidenswerter Unterschied.).
Zu Hause haben wir es uns mit viel Popcorn und Sisters Act auf meinem Laptop, was erst funktionierte, nachdem ich die Region meines Laufwerks geändert hatte^^, gemütlich gemacht. Anschließend haben wir "Nim's island" begonnen, den Joshua ausgesucht hatte bis sein Vater um halb 1 nachts kam und den Jungen ins Bett brachte, der vorher nicht auf mein "You should go to bed!" gehört hatte (Welcher 12-jährige darf bei uns bis halb 1 aufbleiben, wenn am nächsten Tag um 8.30Uhr die Schule beginnt?!-Unterschied.).
Ein netter Abend also, der fast wie zu Hause war. ;-)

Mittwoch, 19. November 2008

Erstens kommt es anders und zweitens als Gela denkt.

Gestern war Dienstag und er war komplett anders geplant als er schließlich ablief. Aber das ist ja keine Seltenheit hier und bin Gott sehr dankbar, dass er öfter mal das Ruder übernimmt. Den Platz sollte ich ihm eigentlich ganz überlassen. Ich habe mich endlich mal wieder durchgerungen, zum morning service der Caleb Gemeinde zu gehen und es gab tatsächlich einige Leute, die sich gefreut haben, mich dort zu sehen, was wiederum mich gefreut hat. Ich finde diese Idee vom morning service immer noch klasse, denn, wenn man den Tag gemeinsam mit seinem Herrn anfängt, ist es um einiges einfacher, den ganzen Tag mit ihm zu gehen, habe ich das Gefühl. Der Haken an der Sache ist nur, dass es enfach nicht in meinen Lebensrythmus passt, morgens um 4.30Uhr aufzustehen und anschließend wieder zur Ruhe zu kommen, um zu beten ohne, dass man einschläft. Das wiederspricht meiner Natur. Aber wie man lesen kann, überwinde ich meine Natur ab und zu ;-). Danach wollte ich eigentlich in dem CoffeeShop bleiben, aber der wurde mir zu kalt und so habe ich mir einen anderen gesucht, die gibts ja hier wie Sand am Meer. "Kalt" ist übrigens so ein Stichwort für heute: -2° im Durchschnitt... wie kalt muss es gewesen sein als ich um 5 das Haus verlassen habe? Ich will gar nicht darüber nachdenken. Einige Stunden fleißiges Koreanischlernen später, rief mein Sprachlehrer an und sagte mir ab, weil er krank ist *kein Wunder, bei den Temperaturen*. Da ich schon zwei große warme Tees und viele Seiten Koreanischbuch hinter mir hatte, beschloss ich mit meiner neugewonnen Zeit etwas spannederes zu machen und fuhr mit der U-Bahn in das Ausländerviertel Seouls, wo man auf den Straßen Ausländer-Koreaner undgefähr 50-50 antreffen kann und die Shops Namen haben, die ich verstehe. Was ich sehr witzig fand: Am Ende der Einkaufsstraße stand ein großes Schild: Welcome to Korea. So nach dem Motto: "Achtung, Sie verlassen jetzt die internationale Zone"^^ Meiner Erinnerung nach musste dort irgendwo in der Nähe auch die deutsche Botschaft sein und da ich meiner Mama mal versprochen hatte mich dort zu Evakuierungszwecken im Notfall registrieren zu lassen, entschloss ich mich, in eines der superbilligen Taxis zu steigen und dem Fahrer das Wegfinden zu überlassen. Als ich allerdings ankam, musste ich feststellen, dass Ämter in Korea genauso furchtbar sind wie in Deutschland: Öffnungszeiten sind von 9 bis 12 Uhr. Ich bin mir nicht sicher, o9b ich die Kriegs- und Katastrophengefahr für so groß halte, dass ich mich noch einmal dorthin begebe. Für den Abend war eigentlich geplant, dass ich Patmos bei der Durchführung eines Seminars zum neuen WOW-Q-Kids Weihnachtsprogramm helfe. Dann jedoch rief mein Gastbruder an und sagte das Festival seiner Schule sei schon Dienstag und nicht erst Mittwoch wie angekündigt, sodass ich von Judy frei bekam, um mit der ganzen Familie Joshuas Schule stürmte, wo jeder der Schüler etwas vorgeführt hat und von einer Band mit englischen Lobpreisliedern bis zum englischen Theaterstück "Hensel and Gretel" alles dargeboten wurde. Diese Schule ist privat, klein, international und christlich. Sie hat echt einen guten Eindruck auf mich gemacht, da man familiär, aber dennoch auf Lernbasis miteinander umgeht. Ich bin mir dennoch nicht sicher, ob es so toll ist, wenn Joshuas Klassenstufe nur 2 Schüler hat... ;-)