Doch auch wenn es sich fast um das gleiche Wort handelt, ist nicht das Gleiche drin: Weihnachten hat hier kaum Bedeutung. Ein paar beleuchtete Kaufhäuser und ein paar Plasteweihnachtsbäume in amerikanisch orientierten Wohnzimmern -Es ist eben ein westliches Fest, trotz der vielen Christen hier. Feiertag ist der 25.12. aber trotzdem und wir vor allem genutzt, um mit dem Partner auszugehen. Alle, die gerade Singel sind, wälzen sich entweder in ihrer Einsamkeit, gehen zur Kirche (was hier heißt, dass man den ganzen Tag beschäftigt ist) oder tun beides.
Es gibt aber auch die, die Freunde treffen und dazu durfte ich mich dieses Jahr zählen. Da ich mittlerweile eine Menge Freunde hier habe, hatte ich nach anfänglicher Unklarheit wirklich viel vor. So kann ich Weihnachten die Steigerung der Adjektive zuordnen, die auch das normale Leben gut beschreiben: busy (ich entschuldige mich für diese Anleihe aus dem Englischen, aber Deutsch bietet einfach kein Wort, das so passt wie dieses) und total toll!
Der 24.12. begann mit einem überhörten Wecker -.-, was mich aber nicht davon abhalten konnte,
Als ich letztendlich dennoch das Restaurant betrat, in dem alle versammelt waren, fühlte ich mich wie das Geburtstagskind, für das alle gekommen sind...^^ "Alle", das waren ChunSik, SoonHee, ihr deutscher Gast Heinz, Professor Kim mit Familie, einer der beiden Fahrer von Alex, die uns als deutsche Gruppe in Seoul kutschiert hatten, ein Lehrer aus der Akademie meiner Gastmutter aus den Philipinen und sein indischer Freund sowie meine Gastfamilie. Als ich kam, haben sie mich freudig begrüßt, die vegetarische Pizza kam gerade und das Aufschneiden der tollen Weihnachtstorte danach wurde mir übrlassen. Der Preis dafür war aber mal wieder ein Auftritt... wir haben nämlich ein wunderbares Spiel gespielt. Dabei wird ein Taschentuch von Person zu Person weitergegeben, während alle Spieler "Holy Night" trällern. Wer das Taschentuch beim Ende des Liedes in der Hand hat, muss eine Privatvorstellung geben, und Professor Kim saß neben mir. Was das beides miteinander zu tun hat? Guess what happend... Genau. Der liebe Professor sorgte dafür, dass ich die Letzte mit dem Taschentuch war, sodass ich "Oh Tannebaum, die Treppe rauf und runter" (die Version meines Opas, über die in diesem Fall sich nur Heinz wundern musste^^) zum Besten geben durfte und danach noch zum Dipdip-Tanz (Bewegungen zu einem Lied für Kinder) genötigt wurde, wobei ich alle anderen zum Mitmachen aufforderte. Wie auch immer -es war schön.
Wenig später bin ich mit gepacktem Rucksack wieder aufgebrochen. Jetzt ging es zum Treffpunkt mit einer Gruppe koreanischer Freunde, von dem aus wir mit dem Auto ca. 2 Stunden in eine andere Stadt gefahren sind (braucht normalerweise nicht so lang, aber die Leute waren unterwegs...). Die Zeit ging aber mit diversen Weihnachtsliedern und interessanten Soloeinlagen (^^) von KjongHo oder anderen aus der Gruppe schnell vorbei.
Am nächsten Morgen haben wir einen Gottesdienst in einer kleinen Dorfgemeinde besucht, wo ich bei vielen wahrscheinlich die erste Ausländerin ihres Lebens gewesen bin (den Blicken nach -.-) und den ich nicht verstanden habe. Eines jedoch habe ich mitbekommen: Dieser Gottesdienst war sicher nicht so "Weihnachten" wie alles, was in deutschen Gemeinden in dieser Zeit geschah.
Meine Begeleiter hatten danach noch Schlittenfahren auf künstlichem Schnee geplant, doch ich musste zurück nach Seoul, sodass ich allein den Express Bus nahm. Sehr nette Erfahrung,




